Warum Theresa Lachner so wichtig wie Pippi Langstrumpf ist.

Mit dem Feminismus ist das heute so eine Sache. Es wird heute ziemlich gerne gleichgesetzt mit einer gewissen sexuellen Freizügigkeit. Wenn Frauen mit vielen Parter*Innen schlafen, kann das ein Teil davon sein. Muss aber nicht. Wir leben eben immer noch in ziemlich konservativen Zeiten. Instagramable Selflove- und Body-Positivity-Momente werden auch schon mal für Feminismus gehalten. Naja. Für mich hingegen ist Feminismus die Freiheit einer Frau, die ganz nach ihrer eigenen Wahrheit lebt. Innerlich wie äußerlich unabhängig. Egal, ob eine Blogger-Community freundlich blökt oder nicht.

Unter den Autorinnen fallen mir nur wenige Feministinnen ein: Virginie Despentes, Margarete Stokowski und Theresa Lachner. Lachner gilt in der Journaille als Deutschlands wichtigste Sexbloggerin.  Sie darauf zu beschränken, wäre ein Frevel. Umso dämlicher fand ich den Klappentext ihrer gerade erschienen Biographie, die so heißt wie ihr fulminanter und sehr diverser Blog Lvstprinzip. Denn mit der angekündigten „Biographie ihres Begehrens“ lenkt man vermeintliche Leser*Innen in eine bestimmte Richtung. Während Theresa in ihrem Buch verdammt viele Haken schlägt. Und genau das macht Lvstprinzip so einzigartig, unerwartet und wertvoll.

Vordergründig geht es um das Leben Lachners als digitale Nomadin und Sexkolumnistin mit viel – keine Überraschung – Sex und allerlei  Erfahrungen wie Tantra, Orgasmic Meditation und Sexparties. Natürlich ist das interessant zu lesen: abenteuerlich, ironisch, ehrlich und geerdet. Jeder Satz sitzt. Quasi ein Wortporno vom feinsten.

Ein paar Kostproben:

„Das Leben kann wirklich immer nur vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden.“

„Zwischen den Orten ist mein Lieblingsort. Noch nicht ganz weg und längst nicht da.“

„Ich bin eine Art Sozialarbeiterin mit größerem Impact, nebenberuflich emotionales Nacktmodell, Projektionsfläche für anderer Menschen Befindlichkeit. Ein Kratzbaum für Frustrationen und unerfüllte Sehnsüchte. Ich wurde schon höchstpersönlich  für die gesamtgesellschaftliche Zunahme an erektilen Dysfunktionsstörungen und das Hotelsterben im Bayerischen Wald verantwortlich gemacht. All das passiert fast zwangsläufig, sobald man sich erdreistet, im Internet öffentlich Sachen zu sagen.“

Gerade diese wunderbar vielfältige Sprache hat mich vielmehr eingenommen als alle Darstellungen vermeintlicher Grenzüberschreitungen, an denen sich jetzt Rezensent*Innen abarbeiten. Dahinter habe ich eine Frau entdeckt, die wild, verletzlich, frei, manchmal auch unfrei, extrem selbstreflektiert und an vielen Stellen herrlich humorvoll über ihre bisherigen Lebensstationen schreibt. Und damit für mich die Auseinandersetzung mit Sex, Erotik und dem Umgang mit dem weiblichen Körper wieder in einen politischen Zusammenhang stellt.

Lachners Biographie ist das, was Pippi Langstrumpf für Kinder – vor allem Mädchen – ist: Ein Befreiungsschlag von weiblichen Klischées. Was Frauen dürfen, mögen, meinen, abfeiern und fühlen sollen. Theresa Lachner schenkt uns erwachsenen Frauen mit ihrem Buch die Deutungshoheit über das Image der Weiblichkeit zurück.  Halleluja.

Wenn ich eine heranwachsende Tochter hätte, würde ich ihr Lvstprinzip möglichst schnell in die Hände drücken. Genauso wie Frauen, die versuchen, bei sich selbst anzukommen. Also vermutlich 90% des weiblichen Geschlechts in Deutschland. Wäre das klasse – und verdammt politisch -, wenn auch sie zu diesem Schluss kommen würden:

„Ab jetzt bin ich offiziell gut genug. Und zwar aus Prinzip.“ Hell yeah!

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Sexpreneurin Anna Zimt: „Wir haben nur dieses eine Leben“

Wie können Männer und Frauen in Beziehungen ihre Liebe über viele Jahre spannend halten und lustvoll leben? Das ist wohl die Kernfrage für viele Paare, die irgendwann vor den Trümmern ihrer Liebe stehen. Weil das Verlangen weg ist oder man Lust auf andere Haut hat. Die meisten probieren das monogame Beziehungsmodell, das langfristig jedoch in den seltensten Fällen lebbar ist. Studien gehen davon aus, dass ca. 40% der Deutschen schon mal in einer Beziehung mindestens eine Affaire hatten. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Dennoch halten über 70% der Deutschen an dem Ideal eine monogamen Beziehung fest und machen sich damit selbst in den meisten Fällen unglücklich.

„Es ist krass wie viele Leute in Beziehungen festsitzen, wo sie sich nicht trauen, dem Partner ihre Gefühlswelt  und ihre Sehnsucht anzuvertrauen“, stellt Anna Zimt fest.  Sie ist Autorin des Buches „In manchen Nächten habe ich einen anderen“ und schreibt darin offen über ihre Erfahrungen mit einer offen gelebten Beziehung.  Seit 15 Jahren ist sie mit ihrem Mann zusammen, den sie im Buch Max nennt. Seit sieben Jahren erlaubt sich das Paar, auch anderen Partner nebenbei zu treffen. Dabei steht für die quirlige und sehr offen erzählende Autorin fest, dass sie mit Max alt werden will.

Autorin Anna Zimt lebt offen ein anderes Beziehungsmodell

Monogamie ist doof, Single-Dasein auch

Anna Zimt ist eine echte Erscheinung, innerlich und äußerlich. Und zwar nicht nur, weil sie mit ihren langen roten Haaren und schönen Augen toll aussieht, sondern weil sie eine Lebendigkeit ausstrahlt, die man selten bei Menschen erlebt. Als brenne das Leben in ihr auf voller Flamme. Und das hat wohl viel mit der Entscheidung zu tun, eine andere Art von Beziehung zu führen.  Mit ihrem Mann kam sie irgendwann an den Punkt, „wo wir Monogamie doof fanden, aber Single-Dasein auch“. Über einen längeren Zeitraum spielten sie miteinander gedanklich Ping Pong, wie eine andere Art der Beziehung aussehen könnte und welche Regeln dabei auch zu gelten haben  (etwa, dass es keine Treffen zu Hause gibt, jeder ein Vetorecht hat und Freunde tabu sind).  Über ihre Erfahrungen schreibt sie in ihrem Buch und hat damit einen Nerv getroffen, denn gerade erschien die zweite Auflage.

Der Reiz des Buches liegt aber nicht nur darin, dass man eine Person begleitet, die ein solches Beziehungsmodell seit vielen Jahren praktiziert, und somit weiß was geht und was man besser lässt. Es ist diese besondere Mischung aus kolumnenartigen Texten, erotisch-sexy Beschreibungen ihrer Affairen und einer entwaffnenden Ehrlichkeit, die das Buch besonders lesenswert macht. Man liest über einen echten Menschen, man kommt ziemlich nah ran, erfährt wie eine offene Beziehung im Alltag funktioniert und kann ein Stück mitfühlen. „Die Leute sollen durchs Schlüsselloch gucken. Ich möchte Vorurteile abbauen und zeigen, dass normale Frauen von nebenan so etwas leben können“, bringt es Anna Zimt auf den Punkt. Auch wenn sie ein Buch geschrieben hat, das sie selbst gerne gelesen hätte, ist schon auch ein Stück Mission mit im Spiel. Das Buch soll mehr „Toleranz für verschiedene Lebensmodelle“ erzielen. Wohl auch, weil Anna Zimt immer wieder Menschen begegnet, die unglücklich in ihren Beziehungen sind und sich nicht trauen, etwas anderes auszuprobieren. Bei Frauen spüre sie häufig die Angst davor, ihre Männer würden dann eine andere Beziehung aufbauen. Nach ihrer Erfahrung gehe es aber bei Männern eher um das Ausleben ihrer Lust. Max und sie gestehen sich sogar Verliebtheit zu und leben diese „in Episoden aus. Aber Verknallt zu sein hat Halbwertzeit. Ich würde mit so jemand nie Weihnachten verbringen wollen.“

Wichtig ist Anna Zimt eben auch, klarzumachen, dass sie und Max immer noch eine Liebesgeschichte leben. Egal welche Menschen nebenbei noch in ihre Leben treten.

Positive Reaktionen in der SoMe-Bubble

Anna flirtet für ihr Leben gern, wie sie unumwunden zugibt. Und man glaubt es sofort. Diese Frau flirtet mit dem Leben, zieht daraus ihre Energie. Sie ist im Gespräch unverstellt und unverblümt, auch wenn sie gleich einwirft, sie und ihre Familie schon zu schützen. Auch deshalb nutzt sie ein Pseudonym. Dennoch wird es mit ihrer wachsenden Bekanntheit schwieriger, etwa auf Tinder zu daten. Und natürlich quatschen die Leute mehr. Doch Anna macht jedem sehr schnell klar, dass keiner in einer bestimmten Art über sie reden darf. „Ich lasse mich durch kein Ego einschränken.“ Das freilich zeigt eine besondere innere Stärke und passt zu ihrem Anspruch, dass es letztlich um die Themen „Weiblichkeit und Selbstbewusstsein“ geht. Die Reaktionen auf ihr Buch sind „in meiner Social-Media-Bubble überwiegend positiv“. Anna ist eine fleißige Instagramerin, die von sich selbst sagt, dass sie intuitiv mit dem Medium umgehe und wenig rechts und links schaue, weil sie das zu sehr einschränken würde. Es lohnt sich, ihre Stories anzuschauen, die immer ein bisschen schräg und lustig sind.

Gerade sitzt Anna am zweiten Buch – Inhalt geheim. Ansonsten schreibt sie Songs für Künstler und realisiert mit ihrer Freundin Paula den unterhaltsamen Podcast „Schnapsidee“. Anna beschreibt ihn als „feministisch, witzig, auch quatschig. Eben wie bei einem Mädelsabend: 60% Unsinn, 40% Inhalt“. Man könne sie durch den Podcast schon ganz gut kennenlernen. „Ich bin so wie ich nach außen auftrete.“

Ihren Männertyp beschreibt sie übrigens als Gegenteil von „durchtrainiert und bärtiger Hüne“. Männer, die sie interessieren, sind eher jungenhaft, intelligent, humorvoll und können starke, leidenschaftliche Frauen aushalten. Ein Ende ihrer Beziehungsform kann sie sich nicht vorstellen. Sie kennt selbst Paare mit Kindern, die offene Beziehungen führen. „Vielleicht reden wir irgendwann darüber, ob Nebenbeziehungen richtig sind, aber dass wir zur Monogamie zurückkehren, glaube ich nicht.“ Und dann wirft sie noch etwas in die Runde, das mir lange im Ohr bleibt: „Ich denke immer, wir haben nur dieses eine Leben. Das macht mich kompromissloser, sich gegenseitig zuzumuten.“ Eine kluge, fast schmerzende Erkenntnis. Aber auch ein Manifest, das andere zum Aufbruch aufrütteln könnte.

Das Buch gibt es im Buchhandel und online z.B. bei Amazon


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Warum man mit Yoni Massage als Frau Hingabe lernt

Yella Cremer gehört zu den bekanntesten Sex-Coaches in Deutschland. Wann immer sie etwas sagt und schreibt, lohnt es sich hinzuschauen. Jetzt hat sie ein Buch über Yoni Massage geschrieben. Dabei handelt es sich um eine „tantrisch inspirierte Genitalmassage für die Frau“.  Eine besonders intime Form der Massage, die im besten Fall zu Ekstase, tiefer Lust und sogar Heilung führen kann. Besonders spannend daran finde ich, dass Frauen über diese Form der Massage ausschließlich empfangen und sich völlig hingeben können. Wenn der Rahmen und das Vertrauen zwischen Masseur und Empfängerin stimmt.

Ehrlich gesagt, ist genau das eine neue Erfahrung für mich. Normalerweise wechselt man ja beim Spielen die Position. Mal empfängt man, mal gibt man. Tendenziell bin ich eine großzügige Geberin. Wie so viele Frauen. Erst kürzlich traf ich auf eine Konstellation, wo ich allein bestimmte, wo es langging, ohne zu geben und das auch genießen konnte. Aber es dauerte schon einen Moment, diese Form der Hingabe zuzulassen.

Die Yoni-Massage ist insofern nicht nur eine tolle Erweiterung des eigenen sexuellen Potentials. Sondern eine herrliche Übung für Frauen, genießen zu lernen, sich im besten Fall sogar in der eigenen Lust Lesen fortsetzen

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Sexpreneure: Birte Fulde: „An Orion hängt mein Herzblut“

Wer Flensburg nicht kennt, könnte meinen, das norddeutsche Städtchen bestehe nur aus Orion. Das Taxi umfährt einen nicht endenden Häuserblock mit Gebäuden in einem Industriegebiet. Das Unternehmen für Sexartikel aller Art sitzt bescheiden. Keine Protzarchitektur, keine künstliche Sexiness. Das ist wohl das, was Birte Fulde, Leiterin für Marketing & Branding bei Orion, später „authentisch sein“ nennt. Dem gehen wir noch auf die Spur.

Ich bin ehrlich. Orion war für mich bis vor kurzem ein No-La-La-Land. Ein Versender für – wie ich meinte – old-fashioned Sexprodukte und olle Leute. Wenn ich mal im Netz nach kinky Artikeln surfte, landete ich bei Amorelie oder Eis.de. Zwei Erotikunternehmen der jüngeren Generation, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Erotikartikel aus der Schmuddelecke rauszuholen. Sextoys, heiße Wäsche, das Erzählen über die letzten Sexabenteuer ist inzwischen Lifestyle geworden. Wer dabei nicht mitmacht, gilt schon fast als verspießt.

Orion – Mutter der Erotikunternehmen

Die Wurzeln des Erotik-Business haben freilich Unternehmen wie Orion und Beate Uhse geschaffen. Und die gehen bis in die 40er Jahre zurück. Neben dem Online-Geschäft betreibt Orion noch einen Verlag, einen Großhandel, der weltweit Erotikgeschäfte beliefert und eine Shop-Kette. Seit vier Jahren wird das Unternehmen mit 300 Mitarbeitern am Standort Flensburg von Maike Rotermund geführt. Seitdem hat sich viel getan. Besonders deutlich nach außen zeigt sich das im Brand-Marketing. Für das 5-Personen-Team ist seit Herbst 2017 Birte Fulde verantwortlich. Quirlig, herzlich, offen. Eine Frau, die man gerne als beste Freundin hätte und die einen verdammt guten Riecher dafür hat, wie man das „Mutterschiff neben den Schnellbooten“ wieder auf Kurs bringt. Als Mutter des Brandings ist ihr Ziel, „den Charme von Orion nach außen zu tragen.“

Die Flensburgerin, die vier Kinder hat und schon mal in der TV-Serie „Das perfekte Dinner“ gewonnen hat, liebt, was sie tut. Das spürt man schon, wenn man ihre sehr unterhaltsamen Posts auf Instagram anschaut. Dort redet ein Mensch, keine Kunstfigur, kein gewaltsam auf irgendwie sexy getrimmtes Image. Birte Fulde hat ohne Zweifel einen großen Anteil an der Comeback-Story von Orion. Sie ist authentisch, ein wenig mütterlich und repräsentiert einen Typ jenseits klassischer Rollenklischées im Erotik-Business. Und das ist so verdammt erfrischend.

Studiert hat Fulde Grafik und Mediendesign in München. Sie kommt also vom Fach. In München hatte sie ihre eigene Werbeagentur, bevor sie aus Familiengründen zurück in Lesen fortsetzen

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Herzklopfen, Geheimnisse & Überraschungen: Warum Hotel-Dates so aufregend sind

Ich bin ein Fan von Hotel-Dates. Entwickelt hat sich das ganz natürlich. Vor einigen Jahren habe ich während meiner damaligen Single-Zeit oft Männer getroffen, die auf Business in der Stadt waren und meist in tollen Hotels abgestiegen sind. Ich wollte unkomplizierte Begegnungen, die ich nach der Nacht abstreifen konnte wie einen Handschuh. Selbst bei Kerlen, die ich öfter sah, blieb das Hotel der Treffpunkt.

Meine Wohnung war und ist noch immer mein Rückzugsort. Der Dauer-Lover kommt rein. Alle anderen müssen draußen bleiben. Ich habe selbst auch schon Zimmer oder Wohnungen bei Wochenendtrips angemietet, um Dates zu treffen. Denn neben meinem Bedürfnis, meine privaten Räume privat zu halten, finde ich Hotel-Treffen einfach spannend.

Bild: Pixabay

Das Kopfkino geht sofort los

Denn Hotel-Dates sind 1a Superfood für meine erotische Fantasie. Mit der Verabredung begibt sich mein Körper in eine Art sinnliche Dauerschleife. Die Vorbereitung auf das Date, das Aussuchen der Kleidung, die Vorstellung, was passieren kann, sind tolle Stimulatoren. Sich in fremden Hotels zu treffen, verspricht immer einen Hauch von prickelnder Verruchtheit. Von Geheimnis. Genau weiß man nämlich nie, was sich abspielen wird. Ob man nach dem Drink an der Bar auseinandergeht oder doch miteinander spielt.

Bei einem Date war ich direkt mit dem Mann, mit dem ich mehrmals telefoniert hatte, auf dem Zimmer verabredet. Es war seine Fantasie, gefesselt auf dem Bett zu liegen und sich Lesen fortsetzen

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Buchtipps für Weihnachten: Hot Jingle Bells

Wer Weihnachten nicht mit Scrabbel spielen, Singen und Völlerei mit der Familie verbringen will, liest mal wieder ein Buch. Natürlich nicht irgendeins. Diese Buchtipps sollen vor allem die Sinne und Fantasie anregen. Auch als Geschenk für aufgeschlossene Zeitgenossen zu empfehlen.

Geschenktipp 1: Jägerinnen der Lust von Anouk S.

Machen wir uns nichts vor. Die meisten erotischen Romane sind langweilige Romantikbücher mit ein bisschen Sexanteil. Interessante Frauenfiguren findet man eher selten. Die Erotikautorin Anouk S. hat gleich mehrere moderne Heldinnen in ihren Stories vereint, die mit Lust und Leichtigkeit ihre sexuellen Triebe ausleben. Ob am französischen Hof, beim Spaziergang im Wald, in einem Spa oder bei einem feucht-fröhlichen Junggesellinnenabschied. Der Spaßfaktor beim Lesen ist hoch, das Kopfkarussell dreht sich danach ziemlich wild. Zu kaufen bei Amazon.

Geschenktipp 2: Der Sex-Flüsterer der Autoren Hafenmeyer, Huth, Streicher

In die Geheimnisse des Online-Datings weiht dieses Buch Leser und Leserinnen ein. Wer also bislang eher Nieten beim Internet-Dating gezogen hat, erhält jede Menge gute und realitätsnahe Tipps, wie man eigene Profile pimpen kann, welche Rolle die Ansprache spielt und wie Fotos aussehen sollten. Außerdem gibt der Flirt-Ratgeber einen guten Überblick über die erotische Szene, Parties und sexuellen Vorlieben der Deutschen. Geschrieben von drei Jungs, die es wissen müssen. Denn sie arbeiten für poppen.de. Zu haben u.a. bei Amazon.

Geschenktipp 3: Die Swingerbibel von Lotta Frei

Die Sexbloggerin Lotta Frei ist so etwas wie die Hohepriesterin der freien Liebe und des modernen Swinger-Lebens. Wer schon immer einen Blick hinter die Kulissen werfen Lesen fortsetzen

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Expertin: Gianna Bacio: „Die Masturbation führt zu einem offeneren und natürlicheren Umgang mit unserem eigenen Körper.“

Gianna Bacio ist eine der bekanntesten Expertinnen für Liebe und Sexualität. Sie ist Sexualpädagogin und weiß also wirklich, wovon sie spricht. Sie hat zwei Podcasts, einen für die Zeitschrift EMOTION und hat mir „Hand drauf“ gerade ihr erstes Buch geschrieben. Es ist ein inspirierendes Plädoyer für Masturbation mit vielen persönlichen Einblicken der Autorin, tollen Techniken, um sich selbst noch näher zu kommen und besseren Sex mit sich und dem Partner zu haben. Ich habe Gianna ein paar Fragen zum Buch gestellt.

In der Öffentlichkeit und in den Medien wird mittlerweile alles diskutiert: Von Sextoys über Analspiele bis hin zu offenen Beziehungsmodellen. Nur Masturbation ist irgendwie noch das letzte Tabu. Wie erklärst Du Dir das?

Gianna Bacio: Masturbation – alleine schon den Begriff nehmen die meisten von uns nur ungerne in den Mund. Die Alternativen klingen nicht viel besser: Selbstbefriedigung oder Onanie? Nein, sowas mache ich doch nicht! Es beginnt also damit, dass wir keinerlei schöne Begriffe für den Akt an sich haben und endet in einer allgemeinen Sprachlosigkeit. Das führt dazu, dass wir noch nicht mal den Hauch einer Chance haben, einen gesunden Umgang, geschweige denn eine Offenheit zu dem Thema zu entwickeln. Die mächtigste Rolle in dieser Tabuisierung spielt dabei unsere Vergangenheit. Jahrhundertelang war das Masturbieren verpönt, ja sogar verboten. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurde ins Gewissen geredet, Masturbation sei eine Sünde und es wurde versucht diese „Selbstbefleckung“ mit allerlei Mitteln abzuwenden. Dieses Erbe unserer Zeit wird immer noch verdaut und viele Menschen denken leider bis heute, sie täten etwas Unsittliches, wenn sie sich selbst berühren und dabei Lust empfinden. Höchste Zeit also, dass wir das Denken dahingehend verändern, dass es etwas Wunderschönes und vor allem Normales ist, wofür wir uns in keiner Weise schämen müssen.

Männer masturbieren immer, auch in Beziehungen. Frauen hören oft auf, wenn sie liiert sind. Warum fällt es ihnen so schwer, sich selbst einfach sexuell Gutes zu tun – egal, ob da ein Partner ist oder nicht?

Gianna Bacio: Leider herrscht in manchen Köpfen der Gedanke vor, Masturbation sei eine Ersatzbefriedigung und nicht so vollwertig wie der gemeinschaftliche Sex. Lesen fortsetzen

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Das Glück liegt zwischen unseren Beinen: Warum Masturbation gut für dich ist

Neulich fragte ich bei einem reinen Frauenabend mal in die Runde, wer es sich eigentlich selber und wie oft macht. Ein großes Schweigen senkte sich über den schön gedeckten Tisch. Eine Freundin verschluckte sich gar am Wein. Hm, komisch. Während wir sonst in epischer Breite alles diskutieren, was Männer und Sex angeht, herrscht beim Thema Selbstbefriedigung eine seltsame Verschämtheit. Und das im Jahr 2018. Deshalb kommt hier mein persönlicher Appell an die Frauenwelt: Legt mal wieder Hand an.

40 Prozent der jungen Frauen masturbieren nicht

Laut einer Studie der Universität Bonn ist Masturbation auf dem Vormarsch. Und zwar bei beiden Geschlechtern. 90% aller Männer und 86% Prozent aller Frauen tun es. Angeblich egal in welcher Altersgruppe sie sind, ob gebunden oder Single. Eine andere Studie hingegen spricht davon, dass 40% der jungen Frauen noch nie masturbiert haben. Ehrlich gesagt, misstraue ich Statistiken immer ein Stück, gerade wenn es um Sex geht. Selbst bei anonymen Umfragen tendieren Menschen dazu, so zu antworten wie es aus ihrer Sicht die Gesellschaft von ihnen erwartet. Und bei Frauen heißt das, sie antworten unter Umständen konservativer, weil sie glauben, das werde von ihnen erwartet. Oder aber sie geben an, oft selbst Hand anzulegen, weil wir ja vermeintlich alle so locker in Sachen Erotik sind. Und da wäre es ja merkwürdig, keine Freundin der Masturbation zu sein. Wenn ich mich aber so in meinem eigenen Umfeld umhöre, ist Selbstbefriedigung scheinbar noch immer das letzte große Tabu. Wie es also genau um die Selbstbefriedigung bei Frauen steht, wird man von daher nie ganz rausbekommen.

 Selbstbefriedigung ist eine Form von Selbstliebe

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen das Dr. Sommer-Team der Teeniegazette BRAVO Mädchen versichern musste, dass sie keine stärkeren Blutungen oder Ausfluss von Selbstbefriedigung bekommen. Dafür haftet der Eigenbefriedigung nach Lesen fortsetzen

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Erotikautor Mark Moriani: „Ich will Figuren mit Gefühlen und einem realistischen Innenleben zeigen“

In der Erotikliteratur taucht seit einiger Zeit ein neuer Name auf: Mark Moriani. Er hat früher in diversen Führungspositionen gearbeitet, bevor er seine Lust aufs Schreiben entdeckte. In seinem neuen Buch „Begierde“ verwebt er die Geschichten der Freunde Nick, Juliana und Joshua zu einem erotisch-romatischen Reigen. Was ihn antreibt, könnt Ihr hier lesen.

Dass Männer Erotikgeschichten schreiben, ist ja eher ungewöhnlich. Woher kommt die Vorliebe für das Genre?

Mark Moriani: Um ehrlich zu sein: Ich hatte einfach Lust dazu, und das Schreiben hat Spaß gemacht. Die ersten Geschichten kamen mir ohne Vorwarnung in den Sinn, als ich eines Morgens aufgewacht bin. Es gab allerdings auch ein paar externe Auslöser, wie zum Beispiel die Dokumentation „Liberated: The New Sexual Revolution“. Unter anderem werden dort Umfragen geschildert, denen zufolge in den USA viele junge Frauen Sex als gut empfinden, wenn „es nicht weh tut“ oder „es ihm gefällt“. Oder Berichte von Freundinnen, die Dating-Apps nutzen und überrascht sind, wie manche Männer mit ihren Wünschen ins Haus fallen und wie wenig Interesse sie offenbar an den Wünschen der Frauen haben. Beides kam mir eher unglücklich vor, und ich dachte einfach nur: Das geht viel schöner …

Du betonst ausdrücklich, erotische, aber nicht pornographische Geschichten zu schreiben. Was meinst Du damit?

Mark Moriani: In erster Linie geht es mir darum, dass in meinen Geschichten Figuren mit Gefühlen und einem realistischen Innenleben gezeigt werden, nicht nur eine Aneinanderreihung von Sexszenen. Natürlich geht es in den Geschichten um Fantasien, aber auch darum, wie man Träume – auch erotische Träume – verwirklichen kann. Pornografie ist oft sehr abgehoben und unwirklich, und ich wollte einerseits ein Stück näher an die Realität und andererseits etwas einfühlsamer die Gefühlswelt der Protagonisten darstellen.

Ist eine spannende Erotik nicht immer auch ein Stück respektlos? Besonders, wenn es um Fantasie und Literatur geht?

 Mark Moriani: Wenn ich von Respekt spreche, meine ich vor allem den zwischenmenschlichen Respekt. Vor dem anderen als Person, vor seinen Gefühlen und seinen Wünschen. Ein Beispiel: Wenn man im App Store nach „Tinder“ sucht, findet man auch eine Reihe von Dienstprogrammen für Tinder. Diese Apps dienen dazu, automatisch zu liken und bei einem Match automatisch Nachrichten zu versenden – also ohne, dass man auch nur das Profil des anderen gesehen hat. Wer in „Tinder“ einen Match hat und eine Nachricht erhält, muss also damit rechnen, dass hier einfach nur eine Maschine am Werk war und dass der Absender in Wahrheit überhaupt kein echtes Interesse hat, vielleicht nicht einmal weiß, dass eine Nachricht verschickt wurde. Aus meiner Sicht sind die Nutzer dadurch auf Profile reduziert und völlig beliebig. Ich finde es viel schöner, andere wirklich kennenzulernen – ohne den Versuch zu unternehmen, Gefühle von vorneherein auszublenden. Im Gegenteil: Den anderen als Person wahrzunehmen, nicht einfach nur als Profil. Das verstehe ich unter Respekt – und vor diesem Hintergrund habe ich meine Geschichten geschrieben.

Welches ist Deine Lieblingsgeschichte in dem Band und warum?

Mark Moriani: Mir gefallen natürlich alle Geschichten, sonst hätte ich sie nicht veröffentlicht. Besonders gut gefällt mir aber „Ein besonderes Geschenk“, weil diese Geschichte – unter anderem – zeigt, dass man die Vergangenheit wirklich hinter sich lassen und ein neues Kapitel aufschlagen kann. Außerdem finde ich, dass dieses Geschenk wirklich etwas Besonderes ist.

Wie fütterst Du Deine erotische Fantasie?

Mark Moriani: Am liebsten höre ich aufmerksam zu, wenn Freunde (und Freundinnen) mir etwas erzählen. Das ist spannend und lebensecht! Außerdem schaue ich in Internet-Foren, welche Themen diskutiert werden. Davon lasse ich mich dann inspirieren. Und – ja klar – ich höre auch in mich selbst hinein!

Warum nutzt Du ein Pseudonym?

Mark Moriani: Wie kommst Du darauf, dass das ein Pseudonym ist? (lacht …)Als ich anfing zu schreiben, dachte ich vor allem an meine Familie. Ich wollte nicht, dass unangenehme Situationen entstehen. Inzwischen denke ich, dass meine Befürchtungen wohl etwas übertrieben waren. Auf der anderen Seite werde ich möglicherweise auch in anderen Genres schreiben und kann durch das Pseudonym als „Marke“ leichter eine Abgrenzung schaffen. Das heißt, in einem anderen Genre schreibe ich unter einem anderen Pseudonym – für eine andere Zielgruppe. Sollte ich in einer fernen Zukunft noch andere Projekte angehen wollen, ist auch das möglicherweise leichter, wenn der Zusammenhang zwischen mir und meinen Büchern nicht ohne weiteres erkennbar ist. Deshalb bin ich im Moment mit dieser Lösung sehr zufrieden.

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Rubbel die Katz‘: Ein Plädoyer für analogen Sex

Mein Instagram Account wird geflutet von Blogs, die über Sextoys schreiben. Jeden Tag könnte ich den nächsten heißen Scheiß auf diesem Gebiet ausprobieren. Über 40% der deutschen Frauen nutzen Sextoys. Ohne Brummen scheint in deutschen Betten nichts mehr zu laufen. Immer raffiniertere Technik soll uns noch mehr Lustgefühle und bessere Orgasmen bescheren. Aber ist das wirklich so?

Eine Bekannte erzählte mir neulich, ihr Freund habe ihre Kiste mit Toys in hohem Bogen aus dem Fenster geschmissen, nachdem sie sich nicht entscheiden konnte, welches an dem Abend beim Liebesspiel zum Einsatz kommen sollte. Ich konnte ihn irgendwie verstehen. Wenn er Mann nur noch eine Statistenrolle neben Patchy Paul & Co bekommt, wird es kritisch. Auch Masturbation unterliegt heute den vielen technischen Errungenschaften. Gegen die ich absolut nichts habe. Aber je mehr Technik im Bett zum Einsatz kommt, desto mehr entfremden wir uns von einem natürlichen – technikfreien – Umgang mit unserem Körper. Deshalb plädiere ich dafür, sich mal wieder ganz dem analogen Vergnügen hinzugeben.

Sich wirklich berühren, geht nur ganz ohne Technik

Frag Dich mal selbst: Wann hast Du Dich, Deine Vulva, Deine Klit, Deine Schamlippen das letzte Mal wirklich berührt und erforscht? Ohne einen Dildo, Vibrator oder Womanizer in der Hand zu haben. In Zeiten, in denen ich oft Toys benutzte, merkte ich, wie ich den Kontakt zu meinem Körper verlor und er sich mir totz der raffiniertesten Schwingungen öfter verweigerte. Ich verbannte daraufhin für einige Wochen jedes Spielzeug aus meinem Schlafzimmer und kehrte zur guten alten Fingerübung zurück. Finger auf Haut, Finger an Perle, Finger an der nassen Spalte. Ich hatte vergessen, wie geil sich das anfühlt. Um wie viel sensitiver meine Finger mit meiner Lust spielen konnten als jedes noch so hoch gerüstete Toy. Ich fand den Weg zurück zu meiner natürlich Lust und Körperlichkeit.

Heute setze ich ab und zu ein Toy ein, aber weiß Gott nicht immer. Das Spiel mit den eigenen Händen, Haut an Haut zu spüren, kickt mich einfach mehr als ständig die Hand an einem Gerät zu haben. Und so ist das auch beim Spiel mit dem Partner.

Echt retro, aber stark: der Lustfinger

Neulich fiel mir beim Ausräumen meiner Sextoy-Kiste ein Spielzeug in die Hand, das simpel und bestechend funktioniert: der gute alte Lustfinger. Dabei handelt es sich um eine dünne mit Noppen versehene Haube, die man auf Zeige- oder Mittelfinger setzt, um sich zu stimulieren. Entweder abwechseln zum puren Fingerspiel oder zur Steigerung. Den Druck variiert man, man kann den Lustfinger auch einschmieren, um ihn geschmeidiger zu machen. So oder so spürt man noch die verschiedenen Körperstellen durch das Silikonmaterial. Der Lustfinger ist auch ein prima Reisebegleiter, brummt nicht, braucht keinen Strom, ist leicht. Und kann am Partner auch prima eingesetzt werden.

Dieser kleine Oldschool-Friend jedenfalls überlebte das Ausmisten der Sextoy-Sammlung neben dem Eroscillator, dem Womanizer, dem Lusttropfen (für ihn) einigen Plugs und Liebes-Kugeln.

Aber wie gesagt. Am liebsten bin ich im Bett inzwischen wieder ganz analog unterwegs. Es geht einfach nichts über den echten Touch von Händen, Fingern und Zunge.

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