Rubbel die Katz‘: Ein Plädoyer für analogen Sex

Mein Instagram Account wird geflutet von Blogs, die über Sextoys schreiben. Jeden Tag könnte ich den nächsten heißen Scheiß auf diesem Gebiet ausprobieren. Über 40% der deutschen Frauen nutzen Sextoys. Ohne Brummen scheint in deutschen Betten nichts mehr zu laufen. Immer raffiniertere Technik soll uns noch mehr Lustgefühle und bessere Orgasmen bescheren. Aber ist das wirklich so?

Eine Bekannte erzählte mir neulich, ihr Freund habe ihre Kiste mit Toys in hohem Bogen aus dem Fenster geschmissen, nachdem sie sich nicht entscheiden konnte, welches an dem Abend beim Liebesspiel zum Einsatz kommen sollte. Ich konnte ihn irgendwie verstehen. Wenn er Mann nur noch eine Statistenrolle neben Patchy Paul & Co bekommt, wird es kritisch. Auch Masturbation unterliegt heute den vielen technischen Errungenschaften. Gegen die ich absolut nichts habe. Aber je mehr Technik im Bett zum Einsatz kommt, desto mehr entfremden wir uns von einem natürlichen – technikfreien – Umgang mit unserem Körper. Deshalb plädiere ich dafür, sich mal wieder ganz dem analogen Vergnügen hinzugeben.

Sich wirklich berühren, geht nur ganz ohne Technik

Frag Dich mal selbst: Wann hast Du Dich, Deine Vulva, Deine Klit, Deine Schamlippen das letzte Mal wirklich berührt und erforscht? Ohne einen Dildo, Vibrator oder Womanizer in der Hand zu haben. In Zeiten, in denen ich oft Toys benutzte, merkte ich, wie ich den Kontakt zu meinem Körper verlor und er sich mir totz der raffiniertesten Schwingungen öfter verweigerte. Ich verbannte daraufhin für einige Wochen jedes Spielzeug aus meinem Schlafzimmer und kehrte zur guten alten Fingerübung zurück. Finger auf Haut, Finger an Perle, Finger an der nassen Spalte. Ich hatte vergessen, wie geil sich das anfühlt. Um wie viel sensitiver meine Finger mit meiner Lust spielen konnten als jedes noch so hoch gerüstete Toy. Ich fand den Weg zurück zu meiner natürlich Lust und Körperlichkeit.

Heute setze ich ab und zu ein Toy ein, aber weiß Gott nicht immer. Das Spiel mit den eigenen Händen, Haut an Haut zu spüren, kickt mich einfach mehr als ständig die Hand an einem Gerät zu haben. Und so ist das auch beim Spiel mit dem Partner.

Echt retro, aber stark: der Lustfinger

Neulich fiel mir beim Ausräumen meiner Sextoy-Kiste ein Spielzeug in die Hand, das simpel und bestechend funktioniert: der gute alte Lustfinger. Dabei handelt es sich um eine dünne mit Noppen versehene Haube, die man auf Zeige- oder Mittelfinger setzt, um sich zu stimulieren. Entweder abwechseln zum puren Fingerspiel oder zur Steigerung. Den Druck variiert man, man kann den Lustfinger auch einschmieren, um ihn geschmeidiger zu machen. So oder so spürt man noch die verschiedenen Körperstellen durch das Silikonmaterial. Der Lustfinger ist auch ein prima Reisebegleiter, brummt nicht, braucht keinen Strom, ist leicht. Und kann am Partner auch prima eingesetzt werden.

Dieser kleine Oldschool-Friend jedenfalls überlebte das Ausmisten der Sextoy-Sammlung neben dem Eroscillator, dem Womanizer, dem Lusttropfen (für ihn) einigen Plugs und Liebes-Kugeln.

Aber wie gesagt. Am liebsten bin ich im Bett inzwischen wieder ganz analog unterwegs. Es geht einfach nichts über den echten Touch von Händen, Fingern und Zunge.

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Sexpreneurinnen: Swinger-Bibel Autorin Lotta Frei: “Die Frau hat das letzte Wort – your Pussy – your rules”

Mit der Swinger-Bibel hat die Erotik-Bloggerin Lotta Frei einen Ratgeber geschrieben, der einen authentischen Blick hinter die Kulisse der modernen Swinging-Szene erlaubt. Randvoll mit vielen praktischen Tipps nimmt sie Leser und vor allem Leserinnen mit auf ihre persönliche Reise zu einer glücklicheren sexuellen Identität. Grund genug, ihr noch ein paar Fragen zu stellen.

Du schreibst in Deinem Buch, dass Du nach 16 Jahren Beziehung zum ersten Mal in einem Swinger-Club warst? War das für Dich ein großer Schritt?

Lotta Frei: Den Wunsch, einen Swinger-Club zu besuchen, trug ich schon seit vielen Jahren mit mir herum. Zunächst nur heimlich für mich allein. Als mein Freund und ich dann irgendwann überlegten, wie wir unser etwas eingeschlafenes Sexleben wieder in Fahrt bringen könnten, brachte ich diesen Vorschlag ein. Der Gedanke, uns im wahrsten Sinne in der Öffentlichkeit nackig zu machen, flößte uns beiden aber gehörigen Respekt ein. Wir sind beide eher schüchtern und nicht mit einem soliden Selbstbewusstsein ausgestattet. So schoben wir den Plan jahrelang vor uns her auf den Tag, an dem wir unsere Körper für vorzeigbar halten würden – was immer das bedeuten soll. Ich sage es gleich: dieser Tag kam nie. Ich hadere wie viele Frauen immer noch mit meinem Körper, mal mehr mal weniger. Und habe es einfach trotzdem gemacht. Ich wollte nicht länger warten. Man könnte also sagen, ich habe mit viel Anlauf zu diesem großen Schritt angesetzt, und er ist gelungen.

Wie wichtig war es, dass Du einen Begleiter hattest, der Dich sozusagen eingeführt hat?

Lotta Frei: Einen anderen Mann kennenzulernen, der jahrelange Swinger-Erfahrung hat, gab den Impuls zu sagen: Jetzt warte ich nicht länger, ich mach‘ es einfach. Als der große Abend kam, war ich natürlich furchtbar aufgeregt. Die Gelassenheit meines Begleiters und die Selbstverständlichkeit, mit der er die Sache anging, haben sehr entspannend und erdend auf mich gewirkt. Alleine hätte ich im Swinger-Club wohl erstmal hilflos rumgestanden. Er gab dem Ganzen Struktur: Als erstes ziehen wir uns in der Garderobe um. Dann gehen wir mal an die Bar und holen uns ein Getränk. Als nächstes machen wir mal einen Rundgang durch den ganzen Club und ich zeige dir die Räume, solange noch nicht viel los ist. Auch als ich später mit einem jungen Herrn intimer wurde, war er mein Anker, der immer in meiner Nähe blieb und mir signalisierte: ich bin da, falls du mich brauchst. So konnte ich mich trotz der Aufregung fallen lassen und es wurde ein sehr erotischer, spannender und geiler Abend.

Was war für Dich die größte Überraschung nach Deinem ersten Besuch?

Lotta Frei: Ich bin kein Mensch, der sich vorher bildliche Szenen vorstellt. Am Ende kommt es eh anders als man denkt. Trotzdem hatte ich Erwartungen: die Vorstellung beim Sex Zuschauer zu haben, hat mich unendlich erregt. Als es dann tatsächlich dazu kam, konnte ich nur schwer damit umgehen – weil die erwartete Erregung ausblieb. Es waren einfach zu viele neue Eindrücke gleichzeitig! Ich habe dann versucht, mich ganz auf den Mann zu konzentrieren, mit dem ich Sex hatte, und auf meine Empfindungen dabei. Dass wir dabei in einem sehr kleinen Raum waren und die Zuschauer uns nur durch Gucklöcher sahen half dabei. Was mich allerdings über die Maßen überrascht hat, war der Respekt und Anstand, mit dem die Männer im Club mir begegneten. Ich hatte im Vorfeld Sorge, wie es mir gelingt, unerwünschte Avancen abzuwehren. Aber das war gar nicht nötig! Die Männer nahmen so zaghaft und ehrfürchtig Kontakt mit mir auf, dass ein Kopfschütteln, ein ‚Nein, danke‘ oder einfach eine weggeschobene Hand ausreichten. Bei Flirts im Alltag vermisse ich so oft die Zwischentöne. Da liegt ‚sich ignorieren‘ auf der einen Seite und ‚derbe, grenzüberschreitende Sprüche‘ auf der anderen – dazwischen ist ein Vakuum. Wir haben es verlernt, uns den Hof zu machen, uns zu umgarnen und umgarnt zu werden. Das ist etwas, das ich im Swinger-Club gefunden habe, obwohl ich es dort als Letztes erwartet hätte.

Aus meiner Erfahrung spielen viele Frauen mit dem Gedanken, mal in einen Swinger-Club zu gehen, trauen sich dann aber oft nicht. Was wäre Dein Tipp für sie?

Lotta Frei: In jedem Club gibt es Abende, die Paaren und Frauen vorbehalten sind (an denen also keine Solo-Männer zugelassen werden). Viele Paare besuchen solche Abende, weil sie unter sich bleiben wollen, also keinen Partnertausch möchten – oder nur gemäßigte Kontakte ohne Herrenüberschuss. Außerdem bieten manche Clubs Tage der offenen Tür, an denen kein Sex stattfindet und man sich einfach ungezwungen die Räume anschauen und die Mitarbeiter oder andere Stammgäste kennenlernen kann. Eine Trockenübung sozusagen! Wenn man die Räume dann erstmal gesehen hat und merkt, da arbeiten ganz normale Menschen, ist die Hemmschwelle schon viel geringer!

Kannst Du Frauen raten, alleine in Clubs zu gehen?

Lotta Frei: Ich kenne viele Frauen, die alleine in den Club gehen. Das sind solche, die bereits jahrelange Erfahrung haben und vielleicht gerade Single sind, die aber auf Sex nicht verzichten möchten. Der Swinger-Club bietet ihnen dafür einen geschützten Rahmen. Wenn man als Solo-Frau einen Abend erwischt, an dem sonst nur Pärchen anwesend sind, kann es etwas mühsam werden. Manche Paare suchen natürlich gezielt eine zweite Frau, egal ob bi oder nicht. Bei anderen fährt die Frau die Krallen aus, weil sie die Solo-Frau als potentielle Bedrohung sieht. Auch Swinger sind nicht frei von Vorurteilen und Eifersucht. Sobald Solo-Männer zugelassen sind, stehen die Chancen auf Sex gut. Man sollte sich also wie immer vorher das Programm anschauen und ruhig auch den Club anmailen, ob man als sich als Solo-Frau dort wohlfühlen kann.

Welcher Themenabend ist am ehesten für einen ersten Besuch geeignet?

Lotta Frei: Das kommt darauf an, was man sucht und wovon man träumt. Ich empfehle für den Anfang gern Abende, die auf eine besondere Kostümierung Wert legen wie zum Beispiel Maskennächte. Sie geben einen klaren Dresscode vor, der die Kleiderfrage erleichtert.  Oft legt ein DJ auf, es ist wie eine normale Party – mit der Option auf Sex. Erfahrungsgemäß trauen sich viele Neulinge an solchen Abenden zuerst in den Club.

Genau das kann aber auch ein Nachteil sein. Wenn ich mich nach Orgien und wildem Durcheinander sehne, werde ich an solch einem Abend eher enttäuscht sein. Dann wären Wifesharing-Abende mit Herrenüberschuss besser geeignet. Ein anderer wäre von solchen wiederum völlig überfordert – auf HÜ-Abenden kann es schon mal Gangbang-mäßig zur Sache gehen. Man sollte sich also überlegen: wieviel mute ich mir zu, wieviel will ich sehen?

Was meinst Du in Deinem Buch mit dem Satz: „Jede Frau ist im Swinger-Club eine Königin?“

Lotta Frei: Wie ich vorher schon sagte: der Respekt und die Wertschätzung, die man als Frau im Swinger-Club erfährt, sind etwas Besonderes. Man wird umgarnt und bekommt Komplimente von Männern und Frauen gleichermaßen. Und bei allem hat die Frau das letzte Wort. Your pussy, your rules! In Sachen Konsens sind Swinger der Allgemeinheit weit voraus. Kommunikation kann sexy sein, und es gilt schon vor dem eigentlichen Akt herauszufinden, auf was der/die andere steht – verbal oder nonverbal. Man macht nicht einfach drauf los. Eigentlich schade, dass das besonders hervorgehoben werden muss, und nicht einfach eine Selbstverständlichkeit ist.

Frauen sind ja häufig sehr selbstkritisch und haben Angst, nicht attraktiv, nicht dünn, nicht jung genug zu sein. Wie sind hier Deine Erfahrungen?

Lotta Frei: Witzig, erst gestern habe ich auf einer Party mit einem Mann über dieses Thema gesprochen. Er – um die 50, muskulös, einnehmendes Lächeln – gestand mir, dass er am liebsten Frauen anspricht, die nicht perfekt sind. Ausgeprägte Schönheit flößt ihm so viel Respekt ein, dass ihn der Mut verlässt. Und das aus dem Mund eines Mannes, der auf meiner Attraktivitätsskala eine 12 von 10 wäre. Ich fühle mich selbst nicht sonderlich attraktiv – das Gewicht könnte weniger, die Haut straffer sein, ich hadere wie viele Frauen mit meinem Po und Cellulite. Und dieser Traummann sagt mir, wie schön ich mich anfühle, so fest und kräftig! Was ich sagen will: zwischen Selbst- und Fremdbild liegen Welten. Keine Frau sollte ihre Selbstzweifel über ihr Sexleben bestimmen lassen. Und auf dem Weg in dieses Sexleben darf man sich Hilfe holen: zum Beispiel in Form von kompetenter Beratung in einem guten Dessous-Geschäft. Es gibt Spezialistinnen, die für jede Figur den passenden Swinger-Club-Fummel wissen. Korsetts zum Beispiel sehen erst richtig schön aus, wenn sie ausgefüllt werden und Kurven betonen dürfen. An schlanken, ‚flachen‘ Figuren sehen Bodystockings oder Harnesse ganz großartig aus. Und was das Alter betrifft: die älteste Frau, die ich in einem Club traf, war Ende 60 – und auch sie blieb an diesem Abend nicht allein.

Dein ultimativer Tipp für Männer, um im Swinger-Club zum Zuge zu kommen?

Lotta Frei: Trau Dich, Blickkontakt mit den Frauen aufzunehmen und zu halten! Damit meine ich kein lüsternes Starren, sondern einen aufmerksamen, freundlichen und offenen Blick. Wenn sie zurück schaut, schenk ihr dein Lächeln! Sei nicht zu direkt mit sexuellen Aufforderungen. Stattdessen könntest du sagen: Ich kenne hier niemanden und du siehst nett aus – darf ich mich neben dich setzen? Das ist so ehrlich und nett, dass sie wahrscheinlich ja sagen wird. Und eins ist immer noch der beste Türöffner: mach ihr ein ganz konkretes Kompliment. Für ihr Kleid, ihre Augen oder ihr Lächeln. Wenn die Frau oder das Paar schon mitten im Spiel sind, schau erstmal eine Weile zu und suche dann langsam körperlichen Kontakt, zum Beispiel durch Streicheln. Wenn du willkommen bist, wirst du es merken. Mehr als ein Nein kann ja nicht passieren. Du siehst, es kann eigentlich ganz leicht sein. Einen gepflegten und frisch geduschten Körper, sorgsam gewählte Kleidung und ein generell freundliches Wesen setze ich jetzt mal als selbstverständlich voraus.

Im Moment boomen Partyreihen, in denen Frauen als „Stuten vorgeführt und benutzt werden“. Steht bei diesen Parties nicht eher die Lust der Männer im Mittelpunkt?

Lotta Frei: Viele Frauen teilen die Fantasie von Dominanz und sexueller Benutzung (bis hin zu Vergewaltigungsfantasien, die gar nicht selten sind). Es gibt Hinweise, dass das aufgrund jahrtausendlanger Unterdrückung der Frau sogar in unseren Genen verankert ist. Wenn du auf so einem „Stutenmarkt“ also stille Passivität beobachtet hast, kann das durchaus ein gewollter Teil der Inszenierung dieser Paare sein. Ich habe selbst bereits an so einer Party teilgenommen und fand es ausgesprochen erregend. So habe ich auch die anderen Frauen bei der Party erlebt – da herrschte die pure Lust! Von außen gesehen mag die Lust der Männer im Mittelpunkt stehen, allein schon durch das Vokabular. Benutzen, Vorführen, Zureiten, Stutenversteigerung… Der Veranstalter dieser Party verriet mir unter vier Augen später folgendes: Das ganze Drumherum, das Vokabular und die Inszenierung sollen die männlichen Gäste ruhig geil machen. Wenn diese „Deckhengste“ dann ausdauernd und willig die Frauen befriedigen und diese am Ende der Nacht mit einem breiten Grinsen den Club verlassen, hat er sein Ziel erreicht. Er weiß, dass eine gute Party damit steht und fällt, ob die Frauen sich wohlfühlen. Den „Stutenmarkt“ veranstaltet er nur 1x im Jahr, und kurz nach der Party ist die nächste schon wieder ausgebucht. Das sagt eigentlich alles.

Außerdem: männliche Lust auf Härte und Benutzung zu reduzieren, wird ihr nicht gerecht. Sie hat genauso viele Facetten und eine genauso große Bandbreite wie die weibliche Lust – auch auf Swinger-Parties.

Wie hältst Du es mit der Frequenz von Swinger-Club Besuchen? Dosiert man besser, weil man sonst abstumpft?

Lotta Frei: Wenn einige spannende Partytermine dicht aufeinander folgen, brauche ich danach tatsächlich erstmal eine Auszeit. Ich habe zwar nicht das Gefühl abzustumpfen. Aber die Reize und Eindrücke an solchen Abenden sind doch sehr dicht und ich benötige dann erstmal Zeit zum Verarbeiten. Es gibt Phasen – zum Beispiel wenn ich in der Arbeit viel Stress habe – in denen ich keine Lust auf neue Bekanntschaften im Club habe. Dann halte ich mich dort lieber an Bekannte und Freunde, weil das Vertraute gut tut. Diese Kontakte können natürlich erst mit regelmäßigen Besuchen an Tiefe gewinnen. Dann wiederum taucht ein neuer Mann auf, der mich fasziniert, oder ich lerne ein altbekanntes Gesicht im Gespräch an der Bar ganz neu kennen – und schon ist es wieder um mich geschehen. Die Aufregung vor einem Clubabend hat bei mir jedenfalls kaum nachgelassen – man weiß nie, wen man trifft und was der Abend bringt!

Auf Deinem Blog plädierst Du für offene Beziehungen. Könntest Du Dir vorstellen, jemals wieder völlig monogam zu leben?

Lotta Frei: Nein, eigentlich nicht. Jedenfalls kann ich mir nicht mehr vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, der auf sexuelle Treue besteht. Das ist einfach eine Frage der innersten Überzeugung. Aber es kann gut sein, dass auch in meinem Leben Zeiten kommen, in denen das Thema Sex und Swinger-Club einen geringeren Stellenwert hat. Dann ist es trotzdem schön zu wissen, dass ich könnte, wenn ich wollte. Das ist letztendlich die Essenz der offenen Beziehung, egal ob man es dann tatsächlich auslebt oder nicht.

Trotzdem möchte ich betonen, dass die offene Beziehung nicht das neue Maß aller Dinge ist. Du bist in deiner monogamen Beziehung glücklich, verspürst auch keine Sehnsucht nach fremder Haut und gehst lieber nur mit deinem*r Partner*in auf erotische Entdeckungsreise? Herzlichen Glückwunsch! Ich möchte mit meinem Blog einfach aufzeigen, dass eine gelingende und glückliche Beziehung auch anders aussehen kann. Ich wünsche mir, dass alle Menschen über die Möglichkeiten informiert sind, wie vielfältig Beziehung aussehen kann. Und dann ihre ganz eigene Entscheidung treffen, was für sie in diesem Moment richtig ist.

Dein heißester Tipp für eine Mottoparty oder einen Club?

Lotta Frei: Wer etwas wirklich Besonderes erleben möchte, dem empfehle ich einen Besuch von Schloss Milkersdorf bei Cottbus. In diesen opulenten Räumlichkeiten regen viele kleine Details die Fantasie an. Hier stimmt alles: die Einrichtung, die weiche Beleuchtung, die traumhaften Himmelbetten und die aufmerksamen Mitarbeiter. Ein Abend ist mir besonders in Erinnerung geblieben, die „Schlossnacht der weiblichen Gelüste“. Hat nicht fast jede Frau schon mal davon geträumt, mit einer anderen Frau Zärtlichkeiten auszutauschen? Dieser Abend bot die passende Inszenierung für solche sinnlichen Fantasien, egal ob zusammen mit dem Partner oder ganz geschützt nur unter Frauen. Schloss Milkersdorf ist jedenfalls der schönste Swinger-Club, den ich kenne – auch wenn man nur einen besonderen Abend als Paar verbringen möchte. Die Eintrittspreise haben es durchaus in sich, dafür tritt man durch die Tür wirklich in eine andere Welt ein.

Lotta Frei ist ein Pseudonym. Warum hast Du Dich entschieden, anonym zu bleiben?

Lotta Frei: Indem Lotta für mich in der Öffentlichkeit steht, kann ich privat weiterhin völlig unbehelligt und geschützt in Swinger-Clubs gehen und flirten. Lotta erhält Nachrichten fremder Männer, die sich als Teilnehmer für die nächste Blog-Geschichte anbieten – das zeigt mir, dass die Entscheidung richtig war, unter Pseudonym zu schreiben. Der Gedanke, dass jemand nur mit mir schlafen will, um dann über sich im Blog zu lesen, ist – naja. Ich möchte im Club weiterhin eine ganz normale Frau unter ganz normalen Menschen sein.

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Die Swinger-Bibel: das Einmaleins für eine befreite Erotik

Wer noch keine Erfahrung mit der Swinger-Szene hat, lässt sich schnell von Klischées leiten. Also, weiße Unterripphemden, Badelatschen, eher olle, nicht so heiße Leute mit einfachem sozialen Hintergrund. Denn das ist das Bild, das jahrelang von TV-Sendern und auch vielen Medien suggeriert wurde. Dabei hat sich die Swinger-Szene längst gewandelt. Wer sich mal in einschlägigen Clubs wie dem KitKat, dem Insomnia, dem Catonium oder Schloss  Milkersdorf getummelt hat, wird schnell feststellen: Man trifft alle Bevölkerungsschichten und alle Altersgruppen. Ergo spannende und attraktive Leute, die eben ihr Erotikleben auf besondere Art pimpen wollen. Ja, Swingen ist eine eigene Lebenswelt, aber lässiger und substantieller als viele Menschen denken, die noch keine Berührung mit der Szene hatten.

Swinging aus Frauensicht

Als Autorin von Erotikbüchern, die teils auch in Swinger-Clubs spielen, werde ich vor allem von Frauen immer wieder gefragt, wie das denn dort so abläuft, was als Frau auf sie zukommen würde und wo man hingehen könnte. Generell gibt es eine große Neugierde unter Frauen. Die Scheu basiert eher darauf, dass es wenig Infos aus erster (Frauen-)Hand gibt. Ich kann aus Erfahrung und von Recherchen berichten und viel von ihren Ängsten (etwa auch vor „Entdeckung“) entkräften. Ich wünschte aber, ich hätte vor Jahren, als ich die ersten Schritte in diese Szene gemacht habe, so einen tollen Führer wie „Die Swinger-Bibel“ der Erotik-Bloggerin Lotta Frei zur Hand gehabt. Darin beschreibt sie nämlich aus Frauensicht das Einmaleins des Swingings. Lotta nutzt ein Pseudonym, aber sie versteckt sich inhaltlich nicht dahinter. Im Gegenteil. Die Bloggerin entwickelt sich gerade zu einer spannenden Stimme, was Swingen und das Praktizieren von offenen Beziehungen angeht. Ein Blick auf ihren Blog lohnt sich also.

Ihr Swinger-Ratgeber ist nicht nur toll geschrieben, sondern randvoll mit ganz praktischen Tipps. Dabei geht es von der Auswahl der richtigen Kleidung über die Erklärung verschiedener Partyreihen bis hin zur detaillierten Beschreibung der ersten Schritte und was bei Swinger-Abenden passieren kann (und was auch nicht).

Erotische Abenteuer als innerer Wachstumsprozess

Besonders gut hat mir an dem Buch gefallen, dass Lotta Frei gerade Frauen an die Hand nimmt. Sie adressiert ihre Befürchtungen und Unsicherheiten und entkräftet sie ganz schnell durch geschilderte persönliche Erfahrungen. Denn die ewige Angst von Frauen, nicht schön genug, nicht jung genug, nicht dünn genug usw. zu sein, ist gerade im Swinger-Club fehl am Platz. Beim Swingen kann sich jede Frau schnell als Königin fühlen. Denn die Geschmäcker der Männer sind vielfältiger als wir Frauen oft denken. Auch darüber schreibt die Autorin in ihrem Ratgeber ausführlich.

Lotta Frei beschreibt in der „Swinger-Bibel“ auch ihren eigenen Weg in die Szene. Swingen ist viel mehr, als einfach nur durch die Gegend vögeln. Für sie war und ist es ein innerer Wachstumsprozess zu einer facettenreicheren Erotik und erfüllteren Beziehungen. Dabei hat sie auch andere Swinger zu ihren Erfahrungen befragt.

Die „Swinger-Bibel“ liefert somit einen authentischen und differenzierten Blick hinter die Kulissen einer Welt, die meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit läuft und von vielen Vorurteilen geprägt ist. Gerade Frauen, die über einen Club-Besuch nachdenken, lege ich den Ratgeber besonders an Herz. Swingen kann wirklich neue Welten eröffnen und nicht nur in Sachen Erotik Frauen ungeheuer befreien. Lotta Frei schreibt sehr ehrlich auch über ihren eigenen Weg, der sicher exemplarisch für viele andere Frauen steht.

Zu kaufen gibt es die Swinger-Bibel bei Amazon.

Ein Interview mit der Autorin folgt in Kürze.

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Die Sexflüsterer: „Auf Dating Seiten tummeln sich tatsächlich die interessantesten Leute aus allen Schichten“

Seit ein paar Tagen ist der Ratgeber „Die Sexflüsterer“ auf dem Markt, der wirklich gute Tipps gibt, wie Männer und Frauen mehr Lust statt Frust beim Online-Dating erleben können. Eine Rezension habe ich vor ein paar Tagen hier dazu veröffentlicht. Nach der Lektüre hatte ich aber auch noch Gelegenheit, den Autoren Steffen Hafenmayer, Joachim Christian Huth und Christoph Streicher einige Fragen zu stellen.

Ich nehme an, Ihr habt auch selbst Erfahrungen im Online-Dating. Was war Euch persönlich die größte Überraschung dabei?

Die Sexflüsterer: Eine interessante Erfahrung war, das kann man jetzt nach einigen Jahren sagen, dass über das Dating hinaus echte Freundschaften entstanden sind. Damit meinen wir keine Beziehungen, sondern Leute, mit denen man viel unternehmen kann. Das geht dann deutlich weiter als nur dieses reine „links-rechts“ Wischen. Auf Dating Seiten tummeln sich tatsächlich die attraktivsten und interessantesten Leute aus allen Schichten.

Ihr sagt “interessante Leute”, aber Casual-Dating und entsprechende Plattformen haben immer noch so ein bisschen Schmuddel-Image. Ist das überhaupt berechtigt?

Die Sexflüsterer: Ja und nein. Auf Casual-Dating Plattform gibt es ja keinen Türsteher wie in einem Club. Hier kann zunächst jeder rein. Darunter sind natürlich auch ein paar Leute, die auf ziemlich schlichte Art Sex suchen. Es dauert ein bisschen, bis die merken, dass sie nicht so ganz im passenden “Club” gelandet sind. Die Mehrheit der Mitglieder in fast allen Dating-Plattformen sind allerdings total sympathisch und nett. Die prägen mehr und mehr das neue sexpositive Lifestyle Image.

Frauen sind häufig noch in der Minderheit bei Online-Plattformen. Was muss passieren, damit sie die Scheu ablegen?

Die Sexflüsterer: Eigentlich passen Frauen und Männer doch überhaupt nicht zusammen ;-). Aber mal im Ernst: Männer werden absolut horny, wenn sie schöne Körper, pralle Pobacken oder Brüste sehen. Frauen hingegen wollen mehr über den Menschen erfahren, also Gesichter sehen oder Fotos, auf denen sie erkennen können, um was für ein Typ Mann es sich handelt. Wenn das auf einem Dating-Portal bedient wird, dann schafft das Vertrauen bei Frauen und sie bekommen die Lust, sich in so einer Community anzumelden.

Gut, dass ihr das Thema Fotos ansprecht. Wenn ich mal aus dem Nähkästchen plaudern darf: Die meisten Männer, die mich anschreiben, schicken mir entweder gleich ein Schwanz-Pic oder schreiben nur „Hi Süße“. Nicht so geil. Kleiner Tipp für die Männerwelt?

Die Sexflüsterer: Männer denken, wenn sie die gleiche Art von Knöpfen bei Frauen drücken, die sie selbst heiß machen, kommen sie zum Ziel. Also wenn sie mit optischen Reizen nicht geizen. Was bei einem Mann automatisch dazu führt, Pics von ihrem besten Stück zu verschicken. Doch damit verschrecken sie Frauen. Der Spruch, wer poppen will muss freundlich sein, trifft insbesondere auf MännerIhn anzuwenden ist eine Erfolgsformel für einen Mann.

Ihr habt jede Menge Befragungen gemacht. Mich hat gewundert, dass die meisten Leute bei der Frage, ob sie happy mit ihrem Sexleben sind, mit „geht so“ geantwortet haben. Immerhin gibt es doch heute so viele Möglichkeiten, sich auszuleben. Woran hakt es?

Die Sexflüsterer: Der Grund dafür liegt wahrscheinlich genau an dieser Unendlichkeit der Möglichkeiten. Du hast heute eine Fülle an sexuellen Optionen. Kaum hast du beispielsweise die Missionarsstellung beim Blümchensex ausprobiert, lockt dich Analverkehr, ein Dreier, ein Besuch im Swingerclub, die Welt des BDSM-Sex usw. Die Pornoindustrie füttert deine Sehnsucht nach neuen Ufern und Erfahrungen. Was man da sieht, ist enorm verlockend. Man möchte alles ausprobiert haben und dabei entsteht ein Hunger nach mehr, eine regelrechte Gier nach immer mehr Sex. Diese Gier geht Hand in Hand mit einer gewissen Unverbindlichkeit in den Beziehungen. Genau genommen ist das allerdings nicht neu. Wir Menschen sind polygam konstruiert. Monogamie ist eigentlich eine unnatürliche Angewohnheit. Sie entspricht nicht den wahrhaftigen Trieben des  Menschen. Sie wurde aus religiösen und sozialen Gründen jahrhundertelang postuliert. Das hatte solange eine gewisse Berechtigung, wie Beziehungen Versorgungs-gemeinschaften waren. Vielfach ist das heute nicht mehr der Fall.

Eine andere Befragung ergab, je älter die Menschen werden, desto weniger treu sind sie. Wann werden also Casual-Dating-Plattformen genauso akzeptiert wie vermeintlich seriöse Partner-Online-Börsen? Anscheinend hat ja kaum jemand Bock auf Treue.

Die Sexflüsterer: Auf Treue haben Menschen große Lust, wenn sie frisch verliebt sind. Mit den Jahren verändert sich jedoch die Gefühlswelt zu einem Partner. Männer merken, eigentlich sind sie so geschaffen, um ihren Samen auf der ganzen Welt zu verteilen. Und auch viele Frauen erkennen, dass sie große Lust danach verspüren, ihre geheimsten Sexfantasien zu erkunden und sich mal so richtig auszutoben. Es entstehen neue Sehnsüchte, die so heftig – weil natürlich – sind, dass sie das Korsett der Treue sprengen.

Eine Fee schenkt Euch je einen Wunsch für Euer Sexleben. Welchen lasst Ihr Euch erfüllen?

Die Sexflüsterer: Bück dich, Fee – Wunsch ist Wunsch

Zu kaufen ist der Ratgeber im Buchhandel und bei Amazon.

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Wie man beim Online-Dating Frust vermeidet: „Die Sexflüsterer“ geben konkrete Tipps

In Zeiten von poppen.de, Joyclub, Tinder & Co. könnte das Leben doch so einfach sein. Jeder, der Lust hat, auf lockerer Basis Leute kennenzulernen, um gewisse sexuelle Fantasien auszuleben, jemand für Freundschaft+ oder eine unkonventionelle Beziehungen zu finden, müsste doch ganz easy fündig werden. Könnte man meinen. Zumal sich mittlerweile alle Bevölkerungsgruppen auf Online-Dating-Plattformen tummeln. Ich habe selbst unterschiedlichste Dating-Angebote im Internet ausprobiert – mit eher zwiespältigem Ergebnis. Damit stehe ich offensichtlich nicht allein. Auch entspanntes Daten im Internet will gelernt sein.

Jetzt entschlüsselt ein Autorenteam in dem Ratgeber „Die Sexflüsterer“ die Geheimnisse des Online-Datings. Dabei wartet das Buch von Steffen Hafenmayer, Joachim Christian Huth und Christoph Streicher nicht nur mit lockerer Umgangssprache auf, sondern vor allem mit vielen konkreten Tipps nah am Dating-Alltag. Warum können sie das? Ganz einfach: Die Autoren haben durch ihre Arbeit für die Online-Community poppen.de jede Menge Erfahrung, was das Thema angeht.

Wer sich also beim Online-Dating Frust ersparen will und nützliche Anregungen braucht, leichter die Person zu finden, die mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen übereinstimmt, ist bei dem Ratgeber genau richtig.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Vorlieben bei der Ansprache

Als einen der größten Knackpunkte beschreiben die Autoren die unterschiedlichen Vorstellungen von Männern und Frauen bei der Kontaktanbahnung. Männer schauen am liebsten Bildchen an und schicken daher auch mal ganz gerne Pics ihres besten Stücks ungefragt an Frauen. Die finden das aber eher nicht so geil. Frauen – so „die Sexflüsterer“ wollen persönlich angesprochen werden, denn sie lesen gerne Geschichten. Und wenn schon Bild, dann bitte mit Gesicht. Das hat übrigens gar nichts damit zu tun, dass Frauen beim Online-Flirten zurückhaltender sind. Sie sind genauso an lockeren Dates interessiert. Doch gerade Männer müssen ein paar Sachen beachten, um bei der Frauenwelt auch wirklich landen zu können. Dazu gehören passende Bilder ebenso, wie individuelle Texte und – vor dem Treffen – datingfreundliche Lebensmittel, um hier nur einige Punkte aus dem Buch zu nennen.

Bei Sex-Fantasien gibt es viele Überschneidungen

Der Ratgeber enthält aber auch viele interessante Fakten. So liegen die sexuellen Fantasien von Männern und Frauen gar nicht so weit auseinander: Dreier und Sex im Swingerclub stehen etwa bei beiden Geschlechtern hoch im Kurs. Das gehörte für mich zu den spannendsten Erkenntnissen nach der Lektüre, neben den vielen sehr praxisorientierten Tipps in Sachen Profiloptimierung und erfolgsversprechende Ansprache. Darüber hinaus werden verschiedene sexuelle Spielformen genauer erklärt. Von Rollenspielen über Cuckolding, BDSM bis hin zum perfekten Blowjob. Und man kann einen Blick hinter die geheimen Sexorte der Deutschen werfen. Etwa Swingerclubs und Parkplatzsex. Vor allem bekommt man erklärt, worauf man achten muss und wie man Signale potentieller Mitspieler interpretiert.

Abgerundet wird der Ratgeber durch ein Sex-Lexikon (selbst ich habe noch was dazugelernt) sowie eine kurze Story zur Entstehung von poppen.de, eine der größten Online-Communities Europas.

Fazit: Das Lesen des Ratgebers lohnt sich. Gerade auch für Männer, die hier extrem viel über weibliche Vorlieben lernen können. Ich werde jedenfalls künftig beim Online-Dating einige Dinge anders machen und mal schauen, ob sich die Trefferquote erhöht.

Das Buch gibt es bei allen üblichen Verkaufsstellen, also Buchläden und natürlich Amazon.

Übrigens: Ein Interview mit den Autoren gibt es am Wochenende hier zu lesen.

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Kann ein Sextoy noch besser werden? Yepp – der nagelneue Womanizer „Premium“ schon

Sich über Sexspielzeuge mit den Freundinnen im Café auszutauschen, ist heute fast so selbstverständlich wie über das Wetter zu reden. Zumindest wenn es um Frauen zwischen 18 und 29 Jahren geht. Was nicht bedeutet, dass sich Frauen mit 30+ oder 40+ nicht für das Thema interessieren. Sie gehen nur etwas diskreter damit um. Inzwischen haben laut Studien in fast 40% der deutschen Haushalte Sextoys ihren festen Platz. Dabei pimpen die meisten Frauen vor allem mit Vibratoren ihr Sexleben. Inzwischen ist die Auswahl riesengroß. Wie also in dem Dickicht immer neuer Sextoys das richtige finden? Nicht jede von uns hat die Zeit und Muße unzählige Geräte auszutesten.

Tipps von Freundinnen sind Gold wert

Als ich vor einiger Zeit eine Reihe von Sextoys getestet habe, kamen mit Abstand die meisten Anfragen. Denn am besten können Frauen Toys empfehlen, die sie selbst schon benutzt haben. Keine noch so gute Anleitung ersetzt die Insider-Tipps einer Freundin und Kennerin. Auch in meinem Mädelskreis werde ich immer wieder nach guten Sextoys gefragt. Natürlich sind Vorlieben unterschiedlich. Ich persönlich stehe etwa Null auf Dildos. Werde ich jedoch gefragt, welches Sextoy ich empfehle, wenn man nur eins kaufen will, ist die Antwort sowas von eindeutig: einen Womanizer. Es ist das einzige Sextoy, das ich kenne, bei der wirklich jede Frau zum Orgasmus kommt. Sozusagen auf Knopfdruck. Ich kann das so sicher sagen, weil ich meine Womanizer schon oft zum Ausprobieren verliehen habe und sehr eindeutiges Feedback bekam. Es gab nicht eine Frau, die den Auflegevibrator hinterher nicht gekauft hat. Darunter auch Frauen, denen es sonst eher schwer fiel zu kommen. Ich weiß, es klingt nach einem PR-Spruch, aber in diesem Fall stimmt es: Der Womanizer liefert eine Orgasmus-Garantie. Bämm.

Warum Womanizer „Premium“?

Fotocredit: Womanizer

Doch trotz des berechtigten Siegeszugs dieses Sextoys gibt es immer noch Frauen, die den Womanizer nicht kennen. Auch deswegen habe ich den nagelneuen Womanizer „Premium“ nur zu gerne getestet, den mir Womanizer samt Bildmaterial freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Ich bin auch bei Sextoys eine Freundin von Qualität. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Copycats bei Klitorisstimulatoren. Doch ich war eine der ersten Nutzerin vom Womanizer, seit das erste Gerät 2013 auf den Markt kam. Seitdem wurde der Womanizer konsequent nach Wünschen von Frauen weiterentwickelt. Ich nutze etwa gerade den Womanizer Pro. Warum also wechseln, wenn ich mehr als happy mit einem Sexspielzeug bin? Vor allem wenn der Anbieter ständig mit Innovationen um die Ecke kommt.

So verfügt der Womanizer „Premium“ etwa über ein völlig neues ergonomisches und weiblicheres Design. Diese neue Generation von Womanizern liegt also anders, durchaus komfortabler in der Hand und lässt sich zum Beispiel auch durch die schlanke Form super zwischen die Beine klemmen, ohne von der Position zu rutschen, so dass die Hände frei sind. Was ich gerade bei der Nutzung mit einem Partner für ein gemeinsames Erlebnis super finde.

Natürlich stimuliert auch bei dieser neuen Geräte-Generation die besondere Air Technologie® die Klitoris durch saugende Luftschwingungen. Über 12 Intensivitätsstufen lässt sich das eigene Lusterlebnis optimal steuern. Die erste Stufe ist besonders sanft, die höchste besonders intensiv. Einer Freundin, die das Gerät auch noch ausprobiert hat und keine Erfahrung mit dem Womanizer hatte, reichte Stufe 3 aus, um intensiv zu kommen. Ich selbst mag es durchaus kräftig stimuliert zu werden, aber die höchste Stufe habe selbst ich noch nie genutzt. Dafür aber schon mal an der Eichel meines Partners ausprobiert. Aber das ist noch eine andere Story.

Autopilot ermöglicht totales Loslassen

Neu beim Womanizer „Premium“, der eine supersofte Silikonoberfläche hat und auch im Wasser benutzt werden kann, ist ein Autopilot-Button. Wer also die Kontrolle ganz abgeben möchte, lässt sich von dem automatischen Stimulationsprogramm überraschen. Man kann vorher einstellen, ob man soft, medium oder intensive beglückt werden möchte und lehnt sich dann einfach nur noch zurück. Eine nette Spielart vor allem für neue Nutzerinnen des Womanizer. Ich selbst behalte aber ganz gerne die Steuerungskontrolle *lach*.

Geworben wird darüber hinaus mit einer Smart Silence Technik. Das Gerät startet erst loszubrummen, sobald es Kontakt mit der Haut hat. Entfernt man den Womanizer „Premium“ von der Haut, wird er sofort leise. Das Thema Lautstärke ist ein großes, gerade wenn man im Hotelzimmer ist oder nicht alleine wohnt. Doch mir hat sich diese Funktion nicht wirklich erschlossen. Ich würde mir eher ein insgesamt leiseres Gerät wünschen, was aber vermutlich nicht so einfach mit der erwünschten Leistung in Einklang zu bringen ist.

Kleiner Wermutstropfen: Beim neuen Design des Womanizer „Premium“ sind die Knöpfe so diskret, das ich zum Beispiel den Einschaltknopf nicht erfühlen konnte, sondern dafür das Licht anmachen musste. Da hätte ich mir eine erhöhte Taste gewünscht – ähnlich wie die leicht zu identifizierende Taste für die Intensitätsstufen. Aber vielleicht ist das ja nur mein Problem.

Würde ich den neuen Womanizer „Premium“ empfehlen? Klares Ja. Auch wenn sicher mein Womanizer Pro auch noch weiter zum Einsatz kommt.

O Diaries: Plattform rund um weibliche Sexualität

Neben dem Premium-Toy gibt es noch eine Neuigkeit aus dem Hause Womanizer. So wurde nämlich vor kurzem unter dem sexy Namen „O Diaries“ eine E-Magazin (in Deutsch und Englisch) gelauncht, das den Anspruch hat, mehr zu sein als irgendeine weitere Plattform mit Listicles über die besten Blow-Job-Tipps. Und in der Tat findet man deutlich anspruchsvollere Inhalte etwa zu Themen wie Geschlechterdiskussion, Selbstliebe, Krisen als Chance und Aufklärung über weibliche erogene Zonen. Reinlesen lohnt sich also, zumal keine schnöde Produktwerbung im E-Mag zu finden ist. Ich hoffe, das E-Mag überlebt im Dickicht der vielen Online-Magazine, die nicht halb so gut sind zum Thema (weibliche) Sexualität.

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Sexpreneure: Erotik-Fotograf Carlos Kella: Der Erfinder des modern Pin-up-Style

Carlos Kella ist ein Frauenversteher. Selten sieht man so stilvolle sinnliche Fotos. Der Hamburger Erotikfotograf bedient schlicht nicht die üblichen Klischées, bei denen schöne Frauen in Dessous meist unterwürfig und für den männlichen Mainstreamgeschmack inszeniert werden. Bei Kella sind Frauen selbstbewusste, manchmal sogar amazonenhafte Wesen, die sich und ihre Weiblichkeit zelebrieren. „Ich mag einfach starke Frauen“, erläutert der Hamburger knapp.

Bekannt wurde Carlos Kella vor allem durch seinen limitierten und angesagten Kalender „Girls & Legendary US-Cars“. Bei der jährlichen Herstellung kann der Fotograf seine Leidenschaft für alte Autos mit der für schöne Frauen perfekt verbinden. Gerade ist die 11. Ausgabe mit 52 Wochenmotiven für das Jahr 2019 erschienen. Darin sind 30 US-Oldtimer zu bestaunen, darunter auch die automobile Rarität „Auburn Speed“, die früher einer Filmgesellschaft gehörte und von Ex-James Bond Darsteller Pierce Brosnan in der Serie „Remington Steele“ gefahren wurde. Der restaurierte Speedster wird durch die Anwesenheit der Sängerin Nathalie Tineo zusätzlich geadelt, die wie eine Filmdiva vor dem Auto posiert. Nix ordinäre Haubenmieze. Glamourös, erotisch, selbstbestimmt. 18 weitere Mitstreiterinnen aus der nationalen und internationalen Vintage-Model, Pin-up- und Burlesque-Szene folgten dem Ruf des Fotografen zum Shooting der neuen Ausgabe nur zu gerne. Denn sie bekommen nicht nur ein tolles Foto, sondern mögen die frauenfreundliche Atmosphäre am Set. Auch wenn die Zeit knapp ist, Carlos bleibt entspannt, kein lautes Wort, klare, aber keine autoritären Ansagen bestimmen seinen Arbeitsstil. „Bei mir dürfen die Models auch Vorschläge machen und Ideen einbringen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, um einfach den besten Shot zu machen“, erläutert Carlos.

Gefeiert von Presse und Fans

Und mit diesen Shots ist er mittlerweile eine bekannte Größe in der Erotik-Fotografie. Die Presse feiert ihnen regelmäßig für sein gutes Auge. Und die Fans ohnehin. Gerade der limitierte Kalender ist ein heiß begehrtes Sammlerstück. Fast wie der bekannte Pirelli-Kalender. Das liegt auch daran, dass Carlos Kella im Laufe der Zeit seine fotografische Handschrift immer weiter verfeinert und den Pin-up-Style von Grund auf modernisiert hat. Natürlich profitiert er durchaus vom aktuellen Vintage- und Burlesque-Trend. Viel entscheidender ist jedoch, er hat ihn maßgeblich mitgeprägt und Erotikfotografie vom billigen Schmuddelimage befreit.

Zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Alexandra Steinert führt er den Sway Books Verlag, der sich auf Fotokunst aus den Bereichen Motorkultur, Fashion-, Burlesque- und Erotik-Fotografie spezialisiert hat. Darüber hinaus geben die beiden sogar ein eigenes hochwertiges Magazin heraus. Ich hatte vor einigen Jahren die große Freude an Carlos Buch „Photos, Love & Stories“ mitzuarbeiten und mein Kopfkino durch ausgewählte Bilder anzünden zu lassen. Schon damals fragte ich mich, wie ich wohl selbst bei einem solchen Shooting aussehen könnte. Lust für einen Tag eine heiße Göttin vor Carlos‘ Linse zu sein, habe sicher viele Frauen. Und Ladies, was soll ich sagen: Carlos hat uns erhört.

Diva für einen Tag

Seit 2017 bieten Carlos und Alexandra einen fantastischen Vintage Hair & Make-up Workshop an. Dabei lernen die Frauen an einem Nachmittag von der professionellen Friseurmeisterin Antje Höhne, sich entsprechend zu schminken und zu frisieren. Danach werden sie von Alexandra in verführerische Klamotten verpackt, um anschließend vom Erotikmeister selbst exklusiv abgelichtet zu werden. Die nächsten Termine für den begehrten Workshop sind übrigens am 27. Oktober 2018 sowie am 24. November 2019. Beide finden im trendigen Oberhafenquartier in Hamburg statt, wo Carlos über ein eigenes Studio verfügt.

Wenn er mal keiner Frau auf ihre seidenen Nylons schaut oder Vintage-Cars hinterherjagt, shootet Carlos für Unternehmen und Werbeagenturen Produkt- Image- und Porträtfotos. Doch sein Steckenpferd ist und bleibt die Erotikfotografie. Und das ist gut so. Denn nie waren Frauen auf Bildern sinnlicher, unabhängiger und stärker.

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Serie Sexpreneure: Bei Anruf Sex

Als mein Buch „Secret Dreams“ rauskam, wurde ich so oft von Frauen  gefragt, ob es nicht irgendwo genauso einen Ort geben würde: Wo man Gentlemen trifft, die Frauen sexuell jeden Wunsch von den Augen ablesen. In Swingerclubs ist das nur bedingt der Fall und auch nicht immer der Ort, wo Frauen hingehen wollen. Von männlichen Escorts hatte ich natürlich schon gehört, aber noch nie einen getroffen. Bis ich bei einer meiner Lesungen angesprochen wurde – von Leonard.

Er entsprach so gar nicht dem Bild, das ich im Kopf hatte: Goldkettchenträger, ölige Haare und Schwerenöterblick. Er machte auch keine schmierigen Komplimente. Im Gegenteil: Leonard war ein jungenhafter Typ um die 30, im lässigen Holzfällerhemd, mit gutem Humor und extrem feinen Manieren. Big Like. Dass er zu Geschichten aus „Pussy Diary“ masturbiert hat – geschenkt.

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Per Zufall zum Frauenbeglücker

Neben seinem Job in einer Immobilienfirma arbeitet Leonard als Barkeeper in verschiedenen Hotelbars als Springer. Also immer wenn jemand krank wird oder das Geschäft brummt, kommt Leonard ins Spiel. Man könnte ihn in einigen Luxus-Hotels ebenso treffen wie in einem Kiezladen. Jedenfalls steckte ihm eine alleinreisende Frau mal in einer der Bars ihre Karte zu und forderte ihn vielsagend auf, sich doch bei ihr zu melden. Natürlich war Leonard klar, was sie wollte. Er vergaß jedoch ihre Karte und fand sie Wochen später in einer Hosentasche wieder. Erst dann schickte er ihr eine WhatsApp-Nachricht. Sie antwortete prompt, da sie ein paar Tage später wieder nach Hamburg kommen wollte und wählte – aus Rücksicht auf seinen Arbeitgeber – ein unverfängliches Hotel aus. Sie trafen sich, nahmen einen Drink und verschwanden auf ihr Zimmer.

„Sie hatte einfach etwas an sich, was ich sehr sexy fand. Sie war megaselbstbewusst und wusste genau, was sie wollte. Auch dass sie älter war, fand ich super. Und es war klar: Sex ohne Komplikationen, da sie nicht in Hamburg wohnte“, erzählt Leonard.

Am nächsten Morgen haute Leonard nach einem gemeinsamen Kaffee im Bett ab. Sie würde sich wieder melden, wenn sie in Hamburg sei. Alles gut also. Als Leonard abends die Taschen seiner Lederjacke ausleerte, fielen ihm 500 Euro in die Hand. Natürlich stutzte er kurz, aber kapierte ziemlich schnell, dass nur sein ONS ihm das Geld zugesteckt haben konnte.

„Im ersten Moment fand ich das schon schräg. Die Nacht war für beide geil gewesen. Ich war ja freiwillig mit ihr mitgegangen. So ein bisschen benutzt fühlte ich mich schon im Nachhinein. Aber das dauerte ungefähr drei Minuten an, dann rief ich einen Kumpel an und schlug ihm vor, das nächste Wochenende nach Mallorca zu fahren. Auf meine Kosten.“ Leonard lacht, als er sich daran erinnert.

Meinem Kumpel habe ich es dann erzählt, und er war eigentlich der Auslöser, das Ganze bewusst voranzutreiben.  Also entwarf Leonard sich ein Profil und lud es auf diversen einschlägigen Plattformen hoch. Außerdem trägt er immer Kärtchen mit seiner Email-Adresse mit sich. Denn als Barkeeper bekommt er durchaus öfter eindeutige Angebote.

Jede Frau ist begehrenswert

Auch seine erste Kundin spielte ihm weitere Kontakte zu. Freundinnen, die ebenfalls beruflich in Hamburg waren oder einfach ein Wochenende hier verbrachten und nach ein bisschen unverbindlichem Spaß suchten.

„Eigentlich ist es ganz geil, so ein bisschen Toyboy für Frauen zu sein. Ich kann es ja genau dosieren und immer selbst entscheiden, wieweit ich gehe. Frauen auf der Jagd nach sexuellen Abenteuern können auch anstrengend sein.“

Natürlich interessiert mich am meisten, ob er auch mal Performance-Probleme gehabt hat. Weil ihm eine Frau nicht gefallen hat oder er einfach zu gestresst war. Er schüttelt mit dem Kopf.

„Ach ohne Viagra klappt noch alles bestens. Willst du mich mal testen?“ Wir lachen beide, aber ich winke ab. Und hake nochmal nach, wie das so mit den Frauen ist.

„Ich bin nicht fixiert auf einen bestimmten Typ. Jede Frau, egal ob jung oder älter, schlank oder runder hat ihren Reiz. Es gibt immer etwas, was ich begehrenswert finde. Und wenn es ein tolles Lachen ist. Selbstbewusstsein ist ein Megaantörner. Abstoßen würde mich nur totale Ungepflegtheit. Aber das ist mir noch nie passiert. Im Gegenteil: Die Frauen, die sich einen Lover wie mich leisten können, sind alle top angezogen, riechen super und in reicheren Milieus unterwegs.“

Mittlerweile gibt er Dates, die er nicht wahrnehmen kann, an Kumpels weiter. Aber nur wenn sie Single sind. Denn mit einer Freundin an der Seite kann Leonard sich kaum vorstellen, nebenbei noch andere Frauen zu treffen. Das gäbe zu viel Stress, meint er.

Das verdiente Geld legt er zur Seite. Denn er träumt davon, einen eigenen Laden aufzuziehen, um exklusive Surfboards aus Australien zu verkaufen.

„Man muss schon aufpassen. Es ist leicht, von der Kohle verführt zu werden. Klar, kann ich mir jetzt auch teure Sachen leisten. Aber mal ehrlich, mehr als drei geile Anzüge brauche ich nicht, eine schöne Uhr. Das war’s. Und im Fitness-Studio war ich schon vorher.“

Ich bewundere Leonard für seinen gesunden Pragmatismus. Ziemlich kluge Entscheidung, denn so bleibt er innerlich frei.

Klare Vereinbarungen für beide Seiten

Nach unserem Gespräch frage ich mich, ob mich ein Callboy reizen würde. Wohl eher nicht. Diesen Kaufaspekt finde ich persönlich eher abtörnend. Es würde das Leichte, Spielerische beim Verführen nehmen. Aber prinzipiell habe ich kein moralisches Problem damit, wenn Frauen künftig genauso selbstverständlich für Sex zahlen würden wie Männer das schon lange tun. Voraussetzung: Wenn es beide Seiten aus freien Stücken, selbstbestimmt und mit klarer Vereinbarung machen.

Für mich wäre das ein weiterer Schritt, den sexuellen Erfahrungsraum für Frauen zu öffnen, der so gerne noch vom Wertekodex unserer Gesellschaft für unser Geschlecht reglementiert wird.

 

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Sexpreneurinnen: Erotik-Blog-Pionierin Florentine Winter: „Mir geht es vor allem darum, Frauen zu inspirieren, ihre eigene sexuelle Identität zu finden und zu leben“

Der Erotik-Blog http://www.florentine-winter.de gehörte zu den ersten, die ich entdeckt habe, als ich gezielt nach sinnlicher Inspiration suchte. Florentine Winter ist nicht nur eine der erfolgreichsten Bloggerinnen auf dem Gebiet, sie macht es vor allem mit viel Anspruch und visueller Power. Ich habe sie ein bisschen zu ihrer Geschichte und ihrem Blog gelöchert. Die tollen Bilder sind von Paulina Clemenz.

Du bloggst seit 2009 über Erotik? Damit warst Du schon eine Pionierin oder?

Florentine Winter: Ja, in der Tat! Es gab 2009 kaum deutsche Erotik-Blogs, und wenn dann entweder in die Porno-Richtung oder eher in die feministische Richtung. Ich fühlte mich von beidem nicht angesprochen und wollte gerne etwas Eigenes auf die Beine stellen. Ein Freund ermutigte mich damals dazu, meine erotischen Texte zu veröffentlichen und mein Mann realisierte mir meinen Blog. Ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen und habe versucht, die Plattform zu kreieren, die ich mir selbst gewünscht habe.

Florentine Winter ist ein Pseudonym. Warum?

Florentine Winter: Für mich macht das Schreiben unter Pseudonym Sinn, denn es gewährt mir den Freiraum authentisch über Sex, Liebe und Partnerschaft zu schreiben. Es ist, als rückte man ein Stück von sich ab. So entsteht die nötige Freiheit, sich und seine Gedanken reflektiert zu betrachten.

Und ja, natürlich schützt es auch ein Stück weit vor Übergrifflichkeiten. Als ich anfing über Sex zu bloggen, herrschte wohl die gängige Meinung, wer über Erotik schreibt, der ist auf der Suche nach sexuellen Kontakten. Mein Postfach quoll über mit Nacktfotos und dämlichen Anmachen. Inzwischen hat sich das gebessert, was wohl auch daran liegt, dass meine Leserschaft weiblicher geworden ist.

Du umschreibst Deinen Blog als „Sexual Lifestyle“. Geht also um mehr als nur die schönste Nebensache der Welt?

Florentine Winter: Mir geht es vor allem darum, Frauen zu inspirieren, ihre eigene sexuelle Identität zu finden und zu leben (#findyoursexuallifestyle). Mit meinen Fotos und meiner Arbeit möchte ich verdeutlichen, dass Sex ein Teil des Lebens ist, der einfach dazu gehört. Daher mische ich auf meinem Instagram-Profil „normale“ Fotos aus meinem Leben mit Sexual-Lifestyle-Bildern.

Natürlich ist Sex intim und privat, aber JEDER hat ihn. Daher macht es für mich absolut keinen Sinn, sexuelle Themen aus meinem Alltag und Gesprächen auszuklammern. Solange wir uns im Instagram-Feed immer noch darüber echauffieren, dass eine Frau das Bild eines Vibrator postet und auch noch zugibt, damit Spaß zu haben, solange verhalten wir uns nicht offen und aufgeklärt.

Ein Paradebeispiel von Doppelmoral ist es für mich, mit sexuellen Andeutungen Schlafzimmer-Möbel zu bewerben, aber eine stilvolle Fotostrecke über die Renovierung eines Schlafzimmers auf einem Sexual-Lifestyle-Blog nicht zu dulden.

In Sachen sinnlicher Lebensstil können die Deutschen bestimmt Nachhilfe gebrauchen?

Florentine Winter: Jeder kann Hilfe und Inspiration bei diesem Thema brauchen. Denn Sinnlichkeit beginnt bei einem selbst: Bin ich gut zu mir? Weiß ich, was ich brauche und fordere ich das ein? Guter Sex und Erotik brauchen Raum. Das fängt bei einem wohlgestalteten Schlafzimmer an und hört beim Thema Selbstliebe auf.

Welche Seite an Dir hast Du durch den Blog (neu) entdeckt?

Florentine Winter: Mein Blog hat mich vor allem für das Internet begeistert. Ich finde es großartig, Menschen damit zu erreichen und tatsächlich eine eigene Leserschaft zu haben. Ich mag die kreative Arbeit sehr und da das Thema Sex so vielfältig ist, bin ich immer wieder gezwungen, meine Vorurteile und meine Meinung zu hinterfragen. Ich bin offener, aber auch anspruchsvoller geworden.

Gab es je von Deinem Umfeld kritische Reaktionen? Oder machst Du ohnehin immer das, was Du denkst?

Florentine Winter: Bisher bekomme ich viel Respekt und Wertschätzung von meinem Umfeld. Ich versuche, bei mir zu bleiben und mich auf meine Inhalte zu konzentrieren. Es hilft mir, mich immer wieder daran zu erinnern, dass es nicht darum geht, anderen zu gefallen, sondern ganz bei sich zu sein.

Du legst sehr viel Wert auf Fotografie. Woher kommen Deine Einfälle?

Florentine Winter: Ich bin schon immer ein großer Fan der Fotografie gewesen und versuche mich einfach selbst darin. Im Laufe der Zeit scheine ich langsam meinen Stil zu finden.

Inspiration für meine Fotos finde ich auf Instagram. Ich liebe Accounts rund um Kunst, Blumen und Interior. Für aufwendige Produktionen, wie etwa mein elektronisches Magazin habe ich Hilfe von (m)einer Grafikerin. Meine alltäglichen Instagram-Bilder stammen von mir. Ich bin zum Leidwesen meines Umfelds fest mit der Kamera verwachsen und fotodokumentiere meinen Alltag, auch wenn nur ein Bruchteil davon öffentlich wird.

Warum sind auf Deinem Blog Begriffe wie „real“, „authentic“, „female“ wichtig?

Florentine Winter: Ich versuche damit zum Ausdruck zu bringen, dass es mich wirklich gibt. Ich möchte meinen Followern nicht die unerreichbare Influencerin mit Glossy-Filter sein, sondern definiere mich als eine von ihnen: eine ganz normale Frau mit Kind, Mann und Job, die über Sex spricht.

Auf Instagram zeigst Du auch manchmal viel von Dir z.B. wie Du einen schönen BH trägst. Wo ist Deine Grenze, wo Du sagst, das geht mir jetzt zu weit?

Florentine Winter: Die Grenzen für Instagram und meinen Blog habe ich mit meiner Familie abgestimmt. Die Grundfrage lautet immer: „Fühle ich mich wohl damit, dass dieses Bild von mir für ewig im Netz ist?“

Mein Mann besteht darauf, dass ich keine Nacktbilder veröffentliche, und ich lege Wert darauf, die Privatsphäre meines Kindes zu achten. Ich finde es gerade als Sexblogger extrem wichtig ein gewisses Niveau zu wahren.

Wer liest Deinen Blog und was möchtest Du Deinen Leserinnen und Lesern mitgeben?

Florentine Winter: Meine Leserinnen sind überwiegend Frauen ab Anfang dreißig. Sie suchen einen neuen Blickwinkel, Inspiration oder wollen sich in einem Thema wiedererkennen. Ich möchte ihnen auch die gute Freundin sein, die sagt: „Versuche mal dieses hier! Das hat mich richtig angemacht!“

Du testest eine Menge Sextoys. Welches empfiehlst Du?

Florentine Winter: Sextoys sind ja immer eine Frage der persönlichen Vorliebe, denn jeder mag es, anders stimuliert zu werden. Daher würde ich mein Gegenüber vor einer Empfehlung immer zuerst fragen, welche Art der Berührung erregt Dich am meisten?

Wenn es darum geht meine Lieblinge zu wählen, dann sind das zur Zeit sicher der duale Vibrator Lady Bi von Fun Factory, der zaubert so schöne, satte Orgasmen. Ich mag seit Ewigkeiten den Auflege-Vibrator Mimi von Je Joue. Er hat eine schöne flache Form und liegt gut in der Hand. Ein Klassiker meiner Toy-Kiste ist der Paarvibrator We-Vibe. Er begleitet mein Liebesleben seit Beginn des Blogs.

Du hast mal gesagt, dass Du ein gespaltenes Verhältnis zu Porno hast. Inzwischen gibt es Frauen wie Erika Lust, die Pornos drehen. Spricht Dich das mehr an?

Florentine Winter: Ja, das stimmt. Ich stehe Pornografie zwiegespalten gegenüber. Hier stehe ich mir selbst im Weg: Es beißt sich mein ästhetischer Anspruch mit dem Fakt, dass der Sex im Porno oft künstlich wirkt.

Ich liebe die Aktfotografie zum Beispiel Werke von Kevin McDermott. Das wäre mein ästhetischer Anspruch an einen Mann im Porno. Dazu sollte auch noch die Umgebung stimmen und der Sex echt sein. Da ich weiß, dass ich das nicht alles bekommen kann, verzichte ich lieber darauf. Zwar gab es einmal einen Anbieter, der in diese Richtung ging, aber leider ist deren Sex inzwischen auch zu künstlich geworden.

Deine größte erotische Überraschung?

Florentine Winter: Die größten erotischen Überraschungen sind immer die, die aus dem Nichts geschehen. Mir hat einmal ein Mann eindeutige Avancen gemacht, von dem ich das niemals erwartet hätte. Das hat mein Kopfkino sehr angeregt.

Der größte Abtörner im Bett?

Florentine Winter: Ich bin sehr empfindlich für Gerüche. Daher schließen sich bei mir Zwiebeln, Fisch oder Knoblauch und innige Küsse aus. Ich verfalle dann in eine lähmende Starre und kann mich einfach nicht von dem Geruch lösen, selbst wenn der Rest absolut heiß ist.

Und der größte Antörner?

Florentine Winter: Ich mag aufmerksame Männer sehr. Wenn er dann noch Kochen kann, Manieren hat, gut riecht und mir in den Nacken beißt, ist es um mich geschehen.

Welche Deiner Themen laufen am besten?

Florentine Winter: Am beliebtesten sind alle Themen rund um Lovetoys. Ein Highlight ist mein erotischer Online Adventskalender auf dem Blog. Ich bin meinen Sponsoren jedes Jahr aufs Neue dankbar dafür, dass wir diesen geilen Kalender auf die Beine stellen!

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Sexpreneurinnen: Erotikbloggerin Theresa Lachner: „Mich macht ein Waschbrettbauch nicht geil“

Sie betreibt mit Lvstprinzip den erfolgreichsten Sexblog Deutschlands. Und das ist gut so. Denn die Journalistin Theresa Lachner bewegt sich jenseits aller Denkschranken, die beim Thema Sex, Erotik und Porno noch immer an der Tagesordnung sind. Gerade auch bei Frauenmedien.

Theresa, alle Frauenzeitungen sind voll von Erotikthemen. Warum also dein Blog?

Theresa Lachner: Ich habe selbst jahrelang für Frauenzeitungen geschrieben und mich irgendwann gefragt, warum dort immer das gleiche drinsteht? Es geht doch meist nur um die Frage, wie kann ich als Frau den Mann glücklich machen und mich entsprechend verbessern. Ich wollte anders über Sexualiät schreiben. Auch edgy, widerborstig. Der Blog soll Lust aufs Ausprobieren machen, etwas Neues zu wagen. Für mich ist Sex wie ein Wellness-Ding. Es geht darum zu zeigen, es gibt viel mehr als nur Klischées. Und wenn mir Leute schreiben, ich habe sie zum Neudenken über Sex gebracht, ist das das schönste Kompliment, was man mir machen kann.

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Dennoch sind die Klassiker Porno und Sextoys die Themen, die auch bei dir am besten laufen?

Theresa: Sagen wir mal so. Das sind die Themen, die sich am besten monetarisieren lassen. Aber Pornos sind auch mein Steckenpferd. Natürlich nicht der klassische Mainstreamporno. Auch weil der immer härter werden muss. Ich habe aber schon immer über Pornos bei Festivals geschrieben und über die Jahre Leute entdeckt, die ich gut und spannend finde und die sich dem Thema anders nähern.

Hast Du deshalb ein Buch über nachhaltigen Porno geschrieben?

Theresa: Genau. Es gibt Pornofilmer, die ich auch von den Werten her spannend finde. Und die nicht zwischen Männer- und Frauenpornos unterscheiden, sondern nachhaltige Erotikfilme für beide Geschlechter drehen. Ein guter Porno ist feministisch, fühlt sich nicht eklig an, wenn man ihn guckt und ist für alle Beteiligten wirklich auch Spaß.

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Zu deinen Favoritinnen gehört die Filmerin Lucie Blush. Warum gerade sie?

Theresa: Sie fängt einfach die Ästhetik meines Alltags am besten ein. Ich mag diese Berliner Hipster Pornos, in denen man Leute sieht, mit denen man selbst vögeln würde. Mich macht ein Waschbrettbauch zum Beispiel nicht geil. Normale Leute sind für mich viel heißer. Oder auch mal einen Typen zu sehen, der nicht rasiert ist und hat auch mal eine Schwächephase hat. Ich finde das Normale gut und darin dann was Geiles zu entdecken.

Das ist aber bei Männern schon anders oder?

Theresa: Naja, wenn Typen viel Pornos gucken, finden sie die Realität oft langweilig. Aber ich merke durch meinen Blog schon, dass auch Männer in der Lage sind, komplexer über Sex zu denken. Und die Hälfte der Pornogucker etwa bei Erica Lust sind Männer, die mit ihren Frauen zusammen Sexfilme anschauen. Bei den nachhaltigen Pornos stumpft man einfach nicht so ab. Ich finde es nach wie vor viel spannender, was mit echten Menschen passiert.

Glaubst Du, dass diese Pornos auch für ein anderes Frauenbild sorgen?

Theresa: Ganz bestimmt, schon allein aufgrund der Ästhetik. Ist doch cool, dass etwa keine perfekten Körper gezeigt werden. Da darf ein Busen auch mal hängen und die Männer und Frauen haben auch mal ein Bäuchlein. Und die Frauen haben auch ihren Spaß beim Dreh, sie nehmen sich in den Filmen auch, was sie brauchen. Sie sind keine Objekte, die nur dazu da sind, die männlichen Pornodarsteller zu befriedigen. Das ist ein echter Fortschritt zu den Mainstream-Pornos. Und im Übrigen auch zur Realität, wo Frauen oft noch eingeredet wird, sie seien keine richtigen Frauen, wenn sie sofort Sex haben wollen.

Welches Sexthema treibt dich gerade um?

Theresa: Cervix-Orgasmus ist das nächste Ding. Die Gebärmutter ist quasi der neue G-Punkt, eine große erogene Zone. Sehr spannend. Aber auch Genital-Tuning ist ein neues Thema. Seit man beim Porno alles sieht, ist die Verunsicherung leider groß geworden.

Du hast kürzlich über Bodyshaming geschrieben und sehr viele Reaktionen bekommen.

Theresa: Ich war selbst davon überrascht, was das Thema für eine Welle gemacht hat. Gerade bei Frauen. Mir war es ein Anliegen mal klar zu sagen: es ist wichtiger was man macht, als wie man aussieht. Gerade in unseren Zeiten. Instagram etwa ist für mich eines der pornografischsten Medien überhaupt, wo wir uns zerstückeln wie im Porno.

Welche Frage nervt dich am meisten?

Theresa: (lacht) Was machen die Männer?

 

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