Warum man mit Yoni Massage als Frau Hingabe lernt

Yella Cremer gehört zu den bekanntesten Sex-Coaches in Deutschland. Wann immer sie etwas sagt und schreibt, lohnt es sich hinzuschauen. Jetzt hat sie ein Buch über Yoni Massage geschrieben. Dabei handelt es sich um eine „tantrisch inspirierte Genitalmassage für die Frau“.  Eine besonders intime Form der Massage, die im besten Fall zu Ekstase, tiefer Lust und sogar Heilung führen kann. Besonders spannend daran finde ich, dass Frauen über diese Form der Massage ausschließlich empfangen und sich völlig hingeben können. Wenn der Rahmen und das Vertrauen zwischen Masseur und Empfängerin stimmt.

Ehrlich gesagt, ist genau das eine neue Erfahrung für mich. Normalerweise wechselt man ja beim Spielen die Position. Mal empfängt man, mal gibt man. Tendenziell bin ich eine großzügige Geberin. Wie so viele Frauen. Erst kürzlich traf ich auf eine Konstellation, wo ich allein bestimmte, wo es langging, ohne zu geben und das auch genießen konnte. Aber es dauerte schon einen Moment, diese Form der Hingabe zuzulassen.

Die Yoni-Massage ist insofern nicht nur eine tolle Erweiterung des eigenen sexuellen Potentials. Sondern eine herrliche Übung für Frauen, genießen zu lernen, sich im besten Fall sogar in der eigenen Lust Lesen fortsetzen

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Sexpreneure: Birte Fulde: „An Orion hängt mein Herzblut“

Wer Flensburg nicht kennt, könnte meinen, das norddeutsche Städtchen bestehe nur aus Orion. Das Taxi umfährt einen nicht endenden Häuserblock mit Gebäuden in einem Industriegebiet. Das Unternehmen für Sexartikel aller Art sitzt bescheiden. Keine Protzarchitektur, keine künstliche Sexiness. Das ist wohl das, was Birte Fulde, Leiterin für Marketing & Branding bei Orion, später „authentisch sein“ nennt. Dem gehen wir noch auf die Spur.

Ich bin ehrlich. Orion war für mich bis vor kurzem ein No-La-La-Land. Ein Versender für – wie ich meinte – old-fashioned Sexprodukte und olle Leute. Wenn ich mal im Netz nach kinky Artikeln surfte, landete ich bei Amorelie oder Eis.de. Zwei Erotikunternehmen der jüngeren Generation, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Erotikartikel aus der Schmuddelecke rauszuholen. Sextoys, heiße Wäsche, das Erzählen über die letzten Sexabenteuer ist inzwischen Lifestyle geworden. Wer dabei nicht mitmacht, gilt schon fast als verspießt.

Orion – Mutter der Erotikunternehmen

Die Wurzeln des Erotik-Business haben freilich Unternehmen wie Orion und Beate Uhse geschaffen. Und die gehen bis in die 40er Jahre zurück. Neben dem Online-Geschäft betreibt Orion noch einen Verlag, einen Großhandel, der weltweit Erotikgeschäfte beliefert und eine Shop-Kette. Seit vier Jahren wird das Unternehmen mit 300 Mitarbeitern am Standort Flensburg von Maike Rotermund geführt. Seitdem hat sich viel getan. Besonders deutlich nach außen zeigt sich das im Brand-Marketing. Für das 5-Personen-Team ist seit Herbst 2017 Birte Fulde verantwortlich. Quirlig, herzlich, offen. Eine Frau, die man gerne als beste Freundin hätte und die einen verdammt guten Riecher dafür hat, wie man das „Mutterschiff neben den Schnellbooten“ wieder auf Kurs bringt. Als Mutter des Brandings ist ihr Ziel, „den Charme von Orion nach außen zu tragen.“

Die Flensburgerin, die vier Kinder hat und schon mal in der TV-Serie „Das perfekte Dinner“ gewonnen hat, liebt, was sie tut. Das spürt man schon, wenn man ihre sehr unterhaltsamen Posts auf Instagram anschaut. Dort redet ein Mensch, keine Kunstfigur, kein gewaltsam auf irgendwie sexy getrimmtes Image. Birte Fulde hat ohne Zweifel einen großen Anteil an der Comeback-Story von Orion. Sie ist authentisch, ein wenig mütterlich und repräsentiert einen Typ jenseits klassischer Rollenklischées im Erotik-Business. Und das ist so verdammt erfrischend.

Studiert hat Fulde Grafik und Mediendesign in München. Sie kommt also vom Fach. In München hatte sie ihre eigene Werbeagentur, bevor sie aus Familiengründen zurück in Lesen fortsetzen

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Herzklopfen, Geheimnisse & Überraschungen: Warum Hotel-Dates so aufregend sind

Ich bin ein Fan von Hotel-Dates. Entwickelt hat sich das ganz natürlich. Vor einigen Jahren habe ich während meiner damaligen Single-Zeit oft Männer getroffen, die auf Business in der Stadt waren und meist in tollen Hotels abgestiegen sind. Ich wollte unkomplizierte Begegnungen, die ich nach der Nacht abstreifen konnte wie einen Handschuh. Selbst bei Kerlen, die ich öfter sah, blieb das Hotel der Treffpunkt.

Meine Wohnung war und ist noch immer mein Rückzugsort. Der Dauer-Lover kommt rein. Alle anderen müssen draußen bleiben. Ich habe selbst auch schon Zimmer oder Wohnungen bei Wochenendtrips angemietet, um Dates zu treffen. Denn neben meinem Bedürfnis, meine privaten Räume privat zu halten, finde ich Hotel-Treffen einfach spannend.

Bild: Pixabay

Das Kopfkino geht sofort los

Denn Hotel-Dates sind 1a Superfood für meine erotische Fantasie. Mit der Verabredung begibt sich mein Körper in eine Art sinnliche Dauerschleife. Die Vorbereitung auf das Date, das Aussuchen der Kleidung, die Vorstellung, was passieren kann, sind tolle Stimulatoren. Sich in fremden Hotels zu treffen, verspricht immer einen Hauch von prickelnder Verruchtheit. Von Geheimnis. Genau weiß man nämlich nie, was sich abspielen wird. Ob man nach dem Drink an der Bar auseinandergeht oder doch miteinander spielt.

Bei einem Date war ich direkt mit dem Mann, mit dem ich mehrmals telefoniert hatte, auf dem Zimmer verabredet. Es war seine Fantasie, gefesselt auf dem Bett zu liegen und sich Lesen fortsetzen

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Buchtipps für Weihnachten: Hot Jingle Bells

Wer Weihnachten nicht mit Scrabbel spielen, Singen und Völlerei mit der Familie verbringen will, liest mal wieder ein Buch. Natürlich nicht irgendeins. Diese Buchtipps sollen vor allem die Sinne und Fantasie anregen. Auch als Geschenk für aufgeschlossene Zeitgenossen zu empfehlen.

Geschenktipp 1: Jägerinnen der Lust von Anouk S.

Machen wir uns nichts vor. Die meisten erotischen Romane sind langweilige Romantikbücher mit ein bisschen Sexanteil. Interessante Frauenfiguren findet man eher selten. Die Erotikautorin Anouk S. hat gleich mehrere moderne Heldinnen in ihren Stories vereint, die mit Lust und Leichtigkeit ihre sexuellen Triebe ausleben. Ob am französischen Hof, beim Spaziergang im Wald, in einem Spa oder bei einem feucht-fröhlichen Junggesellinnenabschied. Der Spaßfaktor beim Lesen ist hoch, das Kopfkarussell dreht sich danach ziemlich wild. Zu kaufen bei Amazon.

Geschenktipp 2: Der Sex-Flüsterer der Autoren Hafenmeyer, Huth, Streicher

In die Geheimnisse des Online-Datings weiht dieses Buch Leser und Leserinnen ein. Wer also bislang eher Nieten beim Internet-Dating gezogen hat, erhält jede Menge gute und realitätsnahe Tipps, wie man eigene Profile pimpen kann, welche Rolle die Ansprache spielt und wie Fotos aussehen sollten. Außerdem gibt der Flirt-Ratgeber einen guten Überblick über die erotische Szene, Parties und sexuellen Vorlieben der Deutschen. Geschrieben von drei Jungs, die es wissen müssen. Denn sie arbeiten für poppen.de. Zu haben u.a. bei Amazon.

Geschenktipp 3: Die Swingerbibel von Lotta Frei

Die Sexbloggerin Lotta Frei ist so etwas wie die Hohepriesterin der freien Liebe und des modernen Swinger-Lebens. Wer schon immer einen Blick hinter die Kulissen werfen Lesen fortsetzen

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Expertin: Gianna Bacio: „Die Masturbation führt zu einem offeneren und natürlicheren Umgang mit unserem eigenen Körper.“

Gianna Bacio ist eine der bekanntesten Expertinnen für Liebe und Sexualität. Sie ist Sexualpädagogin und weiß also wirklich, wovon sie spricht. Sie hat zwei Podcasts, einen für die Zeitschrift EMOTION und hat mir „Hand drauf“ gerade ihr erstes Buch geschrieben. Es ist ein inspirierendes Plädoyer für Masturbation mit vielen persönlichen Einblicken der Autorin, tollen Techniken, um sich selbst noch näher zu kommen und besseren Sex mit sich und dem Partner zu haben. Ich habe Gianna ein paar Fragen zum Buch gestellt.

In der Öffentlichkeit und in den Medien wird mittlerweile alles diskutiert: Von Sextoys über Analspiele bis hin zu offenen Beziehungsmodellen. Nur Masturbation ist irgendwie noch das letzte Tabu. Wie erklärst Du Dir das?

Gianna Bacio: Masturbation – alleine schon den Begriff nehmen die meisten von uns nur ungerne in den Mund. Die Alternativen klingen nicht viel besser: Selbstbefriedigung oder Onanie? Nein, sowas mache ich doch nicht! Es beginnt also damit, dass wir keinerlei schöne Begriffe für den Akt an sich haben und endet in einer allgemeinen Sprachlosigkeit. Das führt dazu, dass wir noch nicht mal den Hauch einer Chance haben, einen gesunden Umgang, geschweige denn eine Offenheit zu dem Thema zu entwickeln. Die mächtigste Rolle in dieser Tabuisierung spielt dabei unsere Vergangenheit. Jahrhundertelang war das Masturbieren verpönt, ja sogar verboten. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurde ins Gewissen geredet, Masturbation sei eine Sünde und es wurde versucht diese „Selbstbefleckung“ mit allerlei Mitteln abzuwenden. Dieses Erbe unserer Zeit wird immer noch verdaut und viele Menschen denken leider bis heute, sie täten etwas Unsittliches, wenn sie sich selbst berühren und dabei Lust empfinden. Höchste Zeit also, dass wir das Denken dahingehend verändern, dass es etwas Wunderschönes und vor allem Normales ist, wofür wir uns in keiner Weise schämen müssen.

Männer masturbieren immer, auch in Beziehungen. Frauen hören oft auf, wenn sie liiert sind. Warum fällt es ihnen so schwer, sich selbst einfach sexuell Gutes zu tun – egal, ob da ein Partner ist oder nicht?

Gianna Bacio: Leider herrscht in manchen Köpfen der Gedanke vor, Masturbation sei eine Ersatzbefriedigung und nicht so vollwertig wie der gemeinschaftliche Sex. Lesen fortsetzen

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Das Glück liegt zwischen unseren Beinen: Warum Masturbation gut für dich ist

Neulich fragte ich bei einem reinen Frauenabend mal in die Runde, wer es sich eigentlich selber und wie oft macht. Ein großes Schweigen senkte sich über den schön gedeckten Tisch. Eine Freundin verschluckte sich gar am Wein. Hm, komisch. Während wir sonst in epischer Breite alles diskutieren, was Männer und Sex angeht, herrscht beim Thema Selbstbefriedigung eine seltsame Verschämtheit. Und das im Jahr 2018. Deshalb kommt hier mein persönlicher Appell an die Frauenwelt: Legt mal wieder Hand an.

40 Prozent der jungen Frauen masturbieren nicht

Laut einer Studie der Universität Bonn ist Masturbation auf dem Vormarsch. Und zwar bei beiden Geschlechtern. 90% aller Männer und 86% Prozent aller Frauen tun es. Angeblich egal in welcher Altersgruppe sie sind, ob gebunden oder Single. Eine andere Studie hingegen spricht davon, dass 40% der jungen Frauen noch nie masturbiert haben. Ehrlich gesagt, misstraue ich Statistiken immer ein Stück, gerade wenn es um Sex geht. Selbst bei anonymen Umfragen tendieren Menschen dazu, so zu antworten wie es aus ihrer Sicht die Gesellschaft von ihnen erwartet. Und bei Frauen heißt das, sie antworten unter Umständen konservativer, weil sie glauben, das werde von ihnen erwartet. Oder aber sie geben an, oft selbst Hand anzulegen, weil wir ja vermeintlich alle so locker in Sachen Erotik sind. Und da wäre es ja merkwürdig, keine Freundin der Masturbation zu sein. Wenn ich mich aber so in meinem eigenen Umfeld umhöre, ist Selbstbefriedigung scheinbar noch immer das letzte große Tabu. Wie es also genau um die Selbstbefriedigung bei Frauen steht, wird man von daher nie ganz rausbekommen.

 Selbstbefriedigung ist eine Form von Selbstliebe

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen das Dr. Sommer-Team der Teeniegazette BRAVO Mädchen versichern musste, dass sie keine stärkeren Blutungen oder Ausfluss von Selbstbefriedigung bekommen. Dafür haftet der Eigenbefriedigung nach Lesen fortsetzen

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Erotikautor Mark Moriani: „Ich will Figuren mit Gefühlen und einem realistischen Innenleben zeigen“

In der Erotikliteratur taucht seit einiger Zeit ein neuer Name auf: Mark Moriani. Er hat früher in diversen Führungspositionen gearbeitet, bevor er seine Lust aufs Schreiben entdeckte. In seinem neuen Buch „Begierde“ verwebt er die Geschichten der Freunde Nick, Juliana und Joshua zu einem erotisch-romatischen Reigen. Was ihn antreibt, könnt Ihr hier lesen.

Dass Männer Erotikgeschichten schreiben, ist ja eher ungewöhnlich. Woher kommt die Vorliebe für das Genre?

Mark Moriani: Um ehrlich zu sein: Ich hatte einfach Lust dazu, und das Schreiben hat Spaß gemacht. Die ersten Geschichten kamen mir ohne Vorwarnung in den Sinn, als ich eines Morgens aufgewacht bin. Es gab allerdings auch ein paar externe Auslöser, wie zum Beispiel die Dokumentation „Liberated: The New Sexual Revolution“. Unter anderem werden dort Umfragen geschildert, denen zufolge in den USA viele junge Frauen Sex als gut empfinden, wenn „es nicht weh tut“ oder „es ihm gefällt“. Oder Berichte von Freundinnen, die Dating-Apps nutzen und überrascht sind, wie manche Männer mit ihren Wünschen ins Haus fallen und wie wenig Interesse sie offenbar an den Wünschen der Frauen haben. Beides kam mir eher unglücklich vor, und ich dachte einfach nur: Das geht viel schöner …

Du betonst ausdrücklich, erotische, aber nicht pornographische Geschichten zu schreiben. Was meinst Du damit?

Mark Moriani: In erster Linie geht es mir darum, dass in meinen Geschichten Figuren mit Gefühlen und einem realistischen Innenleben gezeigt werden, nicht nur eine Aneinanderreihung von Sexszenen. Natürlich geht es in den Geschichten um Fantasien, aber auch darum, wie man Träume – auch erotische Träume – verwirklichen kann. Pornografie ist oft sehr abgehoben und unwirklich, und ich wollte einerseits ein Stück näher an die Realität und andererseits etwas einfühlsamer die Gefühlswelt der Protagonisten darstellen.

Ist eine spannende Erotik nicht immer auch ein Stück respektlos? Besonders, wenn es um Fantasie und Literatur geht?

 Mark Moriani: Wenn ich von Respekt spreche, meine ich vor allem den zwischenmenschlichen Respekt. Vor dem anderen als Person, vor seinen Gefühlen und seinen Wünschen. Ein Beispiel: Wenn man im App Store nach „Tinder“ sucht, findet man auch eine Reihe von Dienstprogrammen für Tinder. Diese Apps dienen dazu, automatisch zu liken und bei einem Match automatisch Nachrichten zu versenden – also ohne, dass man auch nur das Profil des anderen gesehen hat. Wer in „Tinder“ einen Match hat und eine Nachricht erhält, muss also damit rechnen, dass hier einfach nur eine Maschine am Werk war und dass der Absender in Wahrheit überhaupt kein echtes Interesse hat, vielleicht nicht einmal weiß, dass eine Nachricht verschickt wurde. Aus meiner Sicht sind die Nutzer dadurch auf Profile reduziert und völlig beliebig. Ich finde es viel schöner, andere wirklich kennenzulernen – ohne den Versuch zu unternehmen, Gefühle von vorneherein auszublenden. Im Gegenteil: Den anderen als Person wahrzunehmen, nicht einfach nur als Profil. Das verstehe ich unter Respekt – und vor diesem Hintergrund habe ich meine Geschichten geschrieben.

Welches ist Deine Lieblingsgeschichte in dem Band und warum?

Mark Moriani: Mir gefallen natürlich alle Geschichten, sonst hätte ich sie nicht veröffentlicht. Besonders gut gefällt mir aber „Ein besonderes Geschenk“, weil diese Geschichte – unter anderem – zeigt, dass man die Vergangenheit wirklich hinter sich lassen und ein neues Kapitel aufschlagen kann. Außerdem finde ich, dass dieses Geschenk wirklich etwas Besonderes ist.

Wie fütterst Du Deine erotische Fantasie?

Mark Moriani: Am liebsten höre ich aufmerksam zu, wenn Freunde (und Freundinnen) mir etwas erzählen. Das ist spannend und lebensecht! Außerdem schaue ich in Internet-Foren, welche Themen diskutiert werden. Davon lasse ich mich dann inspirieren. Und – ja klar – ich höre auch in mich selbst hinein!

Warum nutzt Du ein Pseudonym?

Mark Moriani: Wie kommst Du darauf, dass das ein Pseudonym ist? (lacht …)Als ich anfing zu schreiben, dachte ich vor allem an meine Familie. Ich wollte nicht, dass unangenehme Situationen entstehen. Inzwischen denke ich, dass meine Befürchtungen wohl etwas übertrieben waren. Auf der anderen Seite werde ich möglicherweise auch in anderen Genres schreiben und kann durch das Pseudonym als „Marke“ leichter eine Abgrenzung schaffen. Das heißt, in einem anderen Genre schreibe ich unter einem anderen Pseudonym – für eine andere Zielgruppe. Sollte ich in einer fernen Zukunft noch andere Projekte angehen wollen, ist auch das möglicherweise leichter, wenn der Zusammenhang zwischen mir und meinen Büchern nicht ohne weiteres erkennbar ist. Deshalb bin ich im Moment mit dieser Lösung sehr zufrieden.

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Rubbel die Katz‘: Ein Plädoyer für analogen Sex

Mein Instagram Account wird geflutet von Blogs, die über Sextoys schreiben. Jeden Tag könnte ich den nächsten heißen Scheiß auf diesem Gebiet ausprobieren. Über 40% der deutschen Frauen nutzen Sextoys. Ohne Brummen scheint in deutschen Betten nichts mehr zu laufen. Immer raffiniertere Technik soll uns noch mehr Lustgefühle und bessere Orgasmen bescheren. Aber ist das wirklich so?

Eine Bekannte erzählte mir neulich, ihr Freund habe ihre Kiste mit Toys in hohem Bogen aus dem Fenster geschmissen, nachdem sie sich nicht entscheiden konnte, welches an dem Abend beim Liebesspiel zum Einsatz kommen sollte. Ich konnte ihn irgendwie verstehen. Wenn er Mann nur noch eine Statistenrolle neben Patchy Paul & Co bekommt, wird es kritisch. Auch Masturbation unterliegt heute den vielen technischen Errungenschaften. Gegen die ich absolut nichts habe. Aber je mehr Technik im Bett zum Einsatz kommt, desto mehr entfremden wir uns von einem natürlichen – technikfreien – Umgang mit unserem Körper. Deshalb plädiere ich dafür, sich mal wieder ganz dem analogen Vergnügen hinzugeben.

Sich wirklich berühren, geht nur ganz ohne Technik

Frag Dich mal selbst: Wann hast Du Dich, Deine Vulva, Deine Klit, Deine Schamlippen das letzte Mal wirklich berührt und erforscht? Ohne einen Dildo, Vibrator oder Womanizer in der Hand zu haben. In Zeiten, in denen ich oft Toys benutzte, merkte ich, wie ich den Kontakt zu meinem Körper verlor und er sich mir totz der raffiniertesten Schwingungen öfter verweigerte. Ich verbannte daraufhin für einige Wochen jedes Spielzeug aus meinem Schlafzimmer und kehrte zur guten alten Fingerübung zurück. Finger auf Haut, Finger an Perle, Finger an der nassen Spalte. Ich hatte vergessen, wie geil sich das anfühlt. Um wie viel sensitiver meine Finger mit meiner Lust spielen konnten als jedes noch so hoch gerüstete Toy. Ich fand den Weg zurück zu meiner natürlich Lust und Körperlichkeit.

Heute setze ich ab und zu ein Toy ein, aber weiß Gott nicht immer. Das Spiel mit den eigenen Händen, Haut an Haut zu spüren, kickt mich einfach mehr als ständig die Hand an einem Gerät zu haben. Und so ist das auch beim Spiel mit dem Partner.

Echt retro, aber stark: der Lustfinger

Neulich fiel mir beim Ausräumen meiner Sextoy-Kiste ein Spielzeug in die Hand, das simpel und bestechend funktioniert: der gute alte Lustfinger. Dabei handelt es sich um eine dünne mit Noppen versehene Haube, die man auf Zeige- oder Mittelfinger setzt, um sich zu stimulieren. Entweder abwechseln zum puren Fingerspiel oder zur Steigerung. Den Druck variiert man, man kann den Lustfinger auch einschmieren, um ihn geschmeidiger zu machen. So oder so spürt man noch die verschiedenen Körperstellen durch das Silikonmaterial. Der Lustfinger ist auch ein prima Reisebegleiter, brummt nicht, braucht keinen Strom, ist leicht. Und kann am Partner auch prima eingesetzt werden.

Dieser kleine Oldschool-Friend jedenfalls überlebte das Ausmisten der Sextoy-Sammlung neben dem Eroscillator, dem Womanizer, dem Lusttropfen (für ihn) einigen Plugs und Liebes-Kugeln.

Aber wie gesagt. Am liebsten bin ich im Bett inzwischen wieder ganz analog unterwegs. Es geht einfach nichts über den echten Touch von Händen, Fingern und Zunge.

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Sexpreneurinnen: Swinger-Bibel Autorin Lotta Frei: “Die Frau hat das letzte Wort – your Pussy – your rules”

Mit der Swinger-Bibel hat die Erotik-Bloggerin Lotta Frei einen Ratgeber geschrieben, der einen authentischen Blick hinter die Kulisse der modernen Swinging-Szene erlaubt. Randvoll mit vielen praktischen Tipps nimmt sie Leser und vor allem Leserinnen mit auf ihre persönliche Reise zu einer glücklicheren sexuellen Identität. Grund genug, ihr noch ein paar Fragen zu stellen.

Du schreibst in Deinem Buch, dass Du nach 16 Jahren Beziehung zum ersten Mal in einem Swinger-Club warst? War das für Dich ein großer Schritt?

Lotta Frei: Den Wunsch, einen Swinger-Club zu besuchen, trug ich schon seit vielen Jahren mit mir herum. Zunächst nur heimlich für mich allein. Als mein Freund und ich dann irgendwann überlegten, wie wir unser etwas eingeschlafenes Sexleben wieder in Fahrt bringen könnten, brachte ich diesen Vorschlag ein. Der Gedanke, uns im wahrsten Sinne in der Öffentlichkeit nackig zu machen, flößte uns beiden aber gehörigen Respekt ein. Wir sind beide eher schüchtern und nicht mit einem soliden Selbstbewusstsein ausgestattet. So schoben wir den Plan jahrelang vor uns her auf den Tag, an dem wir unsere Körper für vorzeigbar halten würden – was immer das bedeuten soll. Ich sage es gleich: dieser Tag kam nie. Ich hadere wie viele Frauen immer noch mit meinem Körper, mal mehr mal weniger. Und habe es einfach trotzdem gemacht. Ich wollte nicht länger warten. Man könnte also sagen, ich habe mit viel Anlauf zu diesem großen Schritt angesetzt, und er ist gelungen.

Wie wichtig war es, dass Du einen Begleiter hattest, der Dich sozusagen eingeführt hat?

Lotta Frei: Einen anderen Mann kennenzulernen, der jahrelange Swinger-Erfahrung hat, gab den Impuls zu sagen: Jetzt warte ich nicht länger, ich mach‘ es einfach. Als der große Abend kam, war ich natürlich furchtbar aufgeregt. Die Gelassenheit meines Begleiters und die Selbstverständlichkeit, mit der er die Sache anging, haben sehr entspannend und erdend auf mich gewirkt. Alleine hätte ich im Swinger-Club wohl erstmal hilflos rumgestanden. Er gab dem Ganzen Struktur: Als erstes ziehen wir uns in der Garderobe um. Dann gehen wir mal an die Bar und holen uns ein Getränk. Als nächstes machen wir mal einen Rundgang durch den ganzen Club und ich zeige dir die Räume, solange noch nicht viel los ist. Auch als ich später mit einem jungen Herrn intimer wurde, war er mein Anker, der immer in meiner Nähe blieb und mir signalisierte: ich bin da, falls du mich brauchst. So konnte ich mich trotz der Aufregung fallen lassen und es wurde ein sehr erotischer, spannender und geiler Abend.

Was war für Dich die größte Überraschung nach Deinem ersten Besuch?

Lotta Frei: Ich bin kein Mensch, der sich vorher bildliche Szenen vorstellt. Am Ende kommt es eh anders als man denkt. Trotzdem hatte ich Erwartungen: die Vorstellung beim Sex Zuschauer zu haben, hat mich unendlich erregt. Als es dann tatsächlich dazu kam, konnte ich nur schwer damit umgehen – weil die erwartete Erregung ausblieb. Es waren einfach zu viele neue Eindrücke gleichzeitig! Ich habe dann versucht, mich ganz auf den Mann zu konzentrieren, mit dem ich Sex hatte, und auf meine Empfindungen dabei. Dass wir dabei in einem sehr kleinen Raum waren und die Zuschauer uns nur durch Gucklöcher sahen half dabei. Was mich allerdings über die Maßen überrascht hat, war der Respekt und Anstand, mit dem die Männer im Club mir begegneten. Ich hatte im Vorfeld Sorge, wie es mir gelingt, unerwünschte Avancen abzuwehren. Aber das war gar nicht nötig! Die Männer nahmen so zaghaft und ehrfürchtig Kontakt mit mir auf, dass ein Kopfschütteln, ein ‚Nein, danke‘ oder einfach eine weggeschobene Hand ausreichten. Bei Flirts im Alltag vermisse ich so oft die Zwischentöne. Da liegt ‚sich ignorieren‘ auf der einen Seite und ‚derbe, grenzüberschreitende Sprüche‘ auf der anderen – dazwischen ist ein Vakuum. Wir haben es verlernt, uns den Hof zu machen, uns zu umgarnen und umgarnt zu werden. Das ist etwas, das ich im Swinger-Club gefunden habe, obwohl ich es dort als Letztes erwartet hätte.

Aus meiner Erfahrung spielen viele Frauen mit dem Gedanken, mal in einen Swinger-Club zu gehen, trauen sich dann aber oft nicht. Was wäre Dein Tipp für sie?

Lotta Frei: In jedem Club gibt es Abende, die Paaren und Frauen vorbehalten sind (an denen also keine Solo-Männer zugelassen werden). Viele Paare besuchen solche Abende, weil sie unter sich bleiben wollen, also keinen Partnertausch möchten – oder nur gemäßigte Kontakte ohne Herrenüberschuss. Außerdem bieten manche Clubs Tage der offenen Tür, an denen kein Sex stattfindet und man sich einfach ungezwungen die Räume anschauen und die Mitarbeiter oder andere Stammgäste kennenlernen kann. Eine Trockenübung sozusagen! Wenn man die Räume dann erstmal gesehen hat und merkt, da arbeiten ganz normale Menschen, ist die Hemmschwelle schon viel geringer!

Kannst Du Frauen raten, alleine in Clubs zu gehen?

Lotta Frei: Ich kenne viele Frauen, die alleine in den Club gehen. Das sind solche, die bereits jahrelange Erfahrung haben und vielleicht gerade Single sind, die aber auf Sex nicht verzichten möchten. Der Swinger-Club bietet ihnen dafür einen geschützten Rahmen. Wenn man als Solo-Frau einen Abend erwischt, an dem sonst nur Pärchen anwesend sind, kann es etwas mühsam werden. Manche Paare suchen natürlich gezielt eine zweite Frau, egal ob bi oder nicht. Bei anderen fährt die Frau die Krallen aus, weil sie die Solo-Frau als potentielle Bedrohung sieht. Auch Swinger sind nicht frei von Vorurteilen und Eifersucht. Sobald Solo-Männer zugelassen sind, stehen die Chancen auf Sex gut. Man sollte sich also wie immer vorher das Programm anschauen und ruhig auch den Club anmailen, ob man als sich als Solo-Frau dort wohlfühlen kann.

Welcher Themenabend ist am ehesten für einen ersten Besuch geeignet?

Lotta Frei: Das kommt darauf an, was man sucht und wovon man träumt. Ich empfehle für den Anfang gern Abende, die auf eine besondere Kostümierung Wert legen wie zum Beispiel Maskennächte. Sie geben einen klaren Dresscode vor, der die Kleiderfrage erleichtert.  Oft legt ein DJ auf, es ist wie eine normale Party – mit der Option auf Sex. Erfahrungsgemäß trauen sich viele Neulinge an solchen Abenden zuerst in den Club.

Genau das kann aber auch ein Nachteil sein. Wenn ich mich nach Orgien und wildem Durcheinander sehne, werde ich an solch einem Abend eher enttäuscht sein. Dann wären Wifesharing-Abende mit Herrenüberschuss besser geeignet. Ein anderer wäre von solchen wiederum völlig überfordert – auf HÜ-Abenden kann es schon mal Gangbang-mäßig zur Sache gehen. Man sollte sich also überlegen: wieviel mute ich mir zu, wieviel will ich sehen?

Was meinst Du in Deinem Buch mit dem Satz: „Jede Frau ist im Swinger-Club eine Königin?“

Lotta Frei: Wie ich vorher schon sagte: der Respekt und die Wertschätzung, die man als Frau im Swinger-Club erfährt, sind etwas Besonderes. Man wird umgarnt und bekommt Komplimente von Männern und Frauen gleichermaßen. Und bei allem hat die Frau das letzte Wort. Your pussy, your rules! In Sachen Konsens sind Swinger der Allgemeinheit weit voraus. Kommunikation kann sexy sein, und es gilt schon vor dem eigentlichen Akt herauszufinden, auf was der/die andere steht – verbal oder nonverbal. Man macht nicht einfach drauf los. Eigentlich schade, dass das besonders hervorgehoben werden muss, und nicht einfach eine Selbstverständlichkeit ist.

Frauen sind ja häufig sehr selbstkritisch und haben Angst, nicht attraktiv, nicht dünn, nicht jung genug zu sein. Wie sind hier Deine Erfahrungen?

Lotta Frei: Witzig, erst gestern habe ich auf einer Party mit einem Mann über dieses Thema gesprochen. Er – um die 50, muskulös, einnehmendes Lächeln – gestand mir, dass er am liebsten Frauen anspricht, die nicht perfekt sind. Ausgeprägte Schönheit flößt ihm so viel Respekt ein, dass ihn der Mut verlässt. Und das aus dem Mund eines Mannes, der auf meiner Attraktivitätsskala eine 12 von 10 wäre. Ich fühle mich selbst nicht sonderlich attraktiv – das Gewicht könnte weniger, die Haut straffer sein, ich hadere wie viele Frauen mit meinem Po und Cellulite. Und dieser Traummann sagt mir, wie schön ich mich anfühle, so fest und kräftig! Was ich sagen will: zwischen Selbst- und Fremdbild liegen Welten. Keine Frau sollte ihre Selbstzweifel über ihr Sexleben bestimmen lassen. Und auf dem Weg in dieses Sexleben darf man sich Hilfe holen: zum Beispiel in Form von kompetenter Beratung in einem guten Dessous-Geschäft. Es gibt Spezialistinnen, die für jede Figur den passenden Swinger-Club-Fummel wissen. Korsetts zum Beispiel sehen erst richtig schön aus, wenn sie ausgefüllt werden und Kurven betonen dürfen. An schlanken, ‚flachen‘ Figuren sehen Bodystockings oder Harnesse ganz großartig aus. Und was das Alter betrifft: die älteste Frau, die ich in einem Club traf, war Ende 60 – und auch sie blieb an diesem Abend nicht allein.

Dein ultimativer Tipp für Männer, um im Swinger-Club zum Zuge zu kommen?

Lotta Frei: Trau Dich, Blickkontakt mit den Frauen aufzunehmen und zu halten! Damit meine ich kein lüsternes Starren, sondern einen aufmerksamen, freundlichen und offenen Blick. Wenn sie zurück schaut, schenk ihr dein Lächeln! Sei nicht zu direkt mit sexuellen Aufforderungen. Stattdessen könntest du sagen: Ich kenne hier niemanden und du siehst nett aus – darf ich mich neben dich setzen? Das ist so ehrlich und nett, dass sie wahrscheinlich ja sagen wird. Und eins ist immer noch der beste Türöffner: mach ihr ein ganz konkretes Kompliment. Für ihr Kleid, ihre Augen oder ihr Lächeln. Wenn die Frau oder das Paar schon mitten im Spiel sind, schau erstmal eine Weile zu und suche dann langsam körperlichen Kontakt, zum Beispiel durch Streicheln. Wenn du willkommen bist, wirst du es merken. Mehr als ein Nein kann ja nicht passieren. Du siehst, es kann eigentlich ganz leicht sein. Einen gepflegten und frisch geduschten Körper, sorgsam gewählte Kleidung und ein generell freundliches Wesen setze ich jetzt mal als selbstverständlich voraus.

Im Moment boomen Partyreihen, in denen Frauen als „Stuten vorgeführt und benutzt werden“. Steht bei diesen Parties nicht eher die Lust der Männer im Mittelpunkt?

Lotta Frei: Viele Frauen teilen die Fantasie von Dominanz und sexueller Benutzung (bis hin zu Vergewaltigungsfantasien, die gar nicht selten sind). Es gibt Hinweise, dass das aufgrund jahrtausendlanger Unterdrückung der Frau sogar in unseren Genen verankert ist. Wenn du auf so einem „Stutenmarkt“ also stille Passivität beobachtet hast, kann das durchaus ein gewollter Teil der Inszenierung dieser Paare sein. Ich habe selbst bereits an so einer Party teilgenommen und fand es ausgesprochen erregend. So habe ich auch die anderen Frauen bei der Party erlebt – da herrschte die pure Lust! Von außen gesehen mag die Lust der Männer im Mittelpunkt stehen, allein schon durch das Vokabular. Benutzen, Vorführen, Zureiten, Stutenversteigerung… Der Veranstalter dieser Party verriet mir unter vier Augen später folgendes: Das ganze Drumherum, das Vokabular und die Inszenierung sollen die männlichen Gäste ruhig geil machen. Wenn diese „Deckhengste“ dann ausdauernd und willig die Frauen befriedigen und diese am Ende der Nacht mit einem breiten Grinsen den Club verlassen, hat er sein Ziel erreicht. Er weiß, dass eine gute Party damit steht und fällt, ob die Frauen sich wohlfühlen. Den „Stutenmarkt“ veranstaltet er nur 1x im Jahr, und kurz nach der Party ist die nächste schon wieder ausgebucht. Das sagt eigentlich alles.

Außerdem: männliche Lust auf Härte und Benutzung zu reduzieren, wird ihr nicht gerecht. Sie hat genauso viele Facetten und eine genauso große Bandbreite wie die weibliche Lust – auch auf Swinger-Parties.

Wie hältst Du es mit der Frequenz von Swinger-Club Besuchen? Dosiert man besser, weil man sonst abstumpft?

Lotta Frei: Wenn einige spannende Partytermine dicht aufeinander folgen, brauche ich danach tatsächlich erstmal eine Auszeit. Ich habe zwar nicht das Gefühl abzustumpfen. Aber die Reize und Eindrücke an solchen Abenden sind doch sehr dicht und ich benötige dann erstmal Zeit zum Verarbeiten. Es gibt Phasen – zum Beispiel wenn ich in der Arbeit viel Stress habe – in denen ich keine Lust auf neue Bekanntschaften im Club habe. Dann halte ich mich dort lieber an Bekannte und Freunde, weil das Vertraute gut tut. Diese Kontakte können natürlich erst mit regelmäßigen Besuchen an Tiefe gewinnen. Dann wiederum taucht ein neuer Mann auf, der mich fasziniert, oder ich lerne ein altbekanntes Gesicht im Gespräch an der Bar ganz neu kennen – und schon ist es wieder um mich geschehen. Die Aufregung vor einem Clubabend hat bei mir jedenfalls kaum nachgelassen – man weiß nie, wen man trifft und was der Abend bringt!

Auf Deinem Blog plädierst Du für offene Beziehungen. Könntest Du Dir vorstellen, jemals wieder völlig monogam zu leben?

Lotta Frei: Nein, eigentlich nicht. Jedenfalls kann ich mir nicht mehr vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, der auf sexuelle Treue besteht. Das ist einfach eine Frage der innersten Überzeugung. Aber es kann gut sein, dass auch in meinem Leben Zeiten kommen, in denen das Thema Sex und Swinger-Club einen geringeren Stellenwert hat. Dann ist es trotzdem schön zu wissen, dass ich könnte, wenn ich wollte. Das ist letztendlich die Essenz der offenen Beziehung, egal ob man es dann tatsächlich auslebt oder nicht.

Trotzdem möchte ich betonen, dass die offene Beziehung nicht das neue Maß aller Dinge ist. Du bist in deiner monogamen Beziehung glücklich, verspürst auch keine Sehnsucht nach fremder Haut und gehst lieber nur mit deinem*r Partner*in auf erotische Entdeckungsreise? Herzlichen Glückwunsch! Ich möchte mit meinem Blog einfach aufzeigen, dass eine gelingende und glückliche Beziehung auch anders aussehen kann. Ich wünsche mir, dass alle Menschen über die Möglichkeiten informiert sind, wie vielfältig Beziehung aussehen kann. Und dann ihre ganz eigene Entscheidung treffen, was für sie in diesem Moment richtig ist.

Dein heißester Tipp für eine Mottoparty oder einen Club?

Lotta Frei: Wer etwas wirklich Besonderes erleben möchte, dem empfehle ich einen Besuch von Schloss Milkersdorf bei Cottbus. In diesen opulenten Räumlichkeiten regen viele kleine Details die Fantasie an. Hier stimmt alles: die Einrichtung, die weiche Beleuchtung, die traumhaften Himmelbetten und die aufmerksamen Mitarbeiter. Ein Abend ist mir besonders in Erinnerung geblieben, die „Schlossnacht der weiblichen Gelüste“. Hat nicht fast jede Frau schon mal davon geträumt, mit einer anderen Frau Zärtlichkeiten auszutauschen? Dieser Abend bot die passende Inszenierung für solche sinnlichen Fantasien, egal ob zusammen mit dem Partner oder ganz geschützt nur unter Frauen. Schloss Milkersdorf ist jedenfalls der schönste Swinger-Club, den ich kenne – auch wenn man nur einen besonderen Abend als Paar verbringen möchte. Die Eintrittspreise haben es durchaus in sich, dafür tritt man durch die Tür wirklich in eine andere Welt ein.

Lotta Frei ist ein Pseudonym. Warum hast Du Dich entschieden, anonym zu bleiben?

Lotta Frei: Indem Lotta für mich in der Öffentlichkeit steht, kann ich privat weiterhin völlig unbehelligt und geschützt in Swinger-Clubs gehen und flirten. Lotta erhält Nachrichten fremder Männer, die sich als Teilnehmer für die nächste Blog-Geschichte anbieten – das zeigt mir, dass die Entscheidung richtig war, unter Pseudonym zu schreiben. Der Gedanke, dass jemand nur mit mir schlafen will, um dann über sich im Blog zu lesen, ist – naja. Ich möchte im Club weiterhin eine ganz normale Frau unter ganz normalen Menschen sein.

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Die Swinger-Bibel: das Einmaleins für eine befreite Erotik

Wer noch keine Erfahrung mit der Swinger-Szene hat, lässt sich schnell von Klischées leiten. Also, weiße Unterripphemden, Badelatschen, eher olle, nicht so heiße Leute mit einfachem sozialen Hintergrund. Denn das ist das Bild, das jahrelang von TV-Sendern und auch vielen Medien suggeriert wurde. Dabei hat sich die Swinger-Szene längst gewandelt. Wer sich mal in einschlägigen Clubs wie dem KitKat, dem Insomnia, dem Catonium oder Schloss  Milkersdorf getummelt hat, wird schnell feststellen: Man trifft alle Bevölkerungsschichten und alle Altersgruppen. Ergo spannende und attraktive Leute, die eben ihr Erotikleben auf besondere Art pimpen wollen. Ja, Swingen ist eine eigene Lebenswelt, aber lässiger und substantieller als viele Menschen denken, die noch keine Berührung mit der Szene hatten.

Swinging aus Frauensicht

Als Autorin von Erotikbüchern, die teils auch in Swinger-Clubs spielen, werde ich vor allem von Frauen immer wieder gefragt, wie das denn dort so abläuft, was als Frau auf sie zukommen würde und wo man hingehen könnte. Generell gibt es eine große Neugierde unter Frauen. Die Scheu basiert eher darauf, dass es wenig Infos aus erster (Frauen-)Hand gibt. Ich kann aus Erfahrung und von Recherchen berichten und viel von ihren Ängsten (etwa auch vor „Entdeckung“) entkräften. Ich wünschte aber, ich hätte vor Jahren, als ich die ersten Schritte in diese Szene gemacht habe, so einen tollen Führer wie „Die Swinger-Bibel“ der Erotik-Bloggerin Lotta Frei zur Hand gehabt. Darin beschreibt sie nämlich aus Frauensicht das Einmaleins des Swingings. Lotta nutzt ein Pseudonym, aber sie versteckt sich inhaltlich nicht dahinter. Im Gegenteil. Die Bloggerin entwickelt sich gerade zu einer spannenden Stimme, was Swingen und das Praktizieren von offenen Beziehungen angeht. Ein Blick auf ihren Blog lohnt sich also.

Ihr Swinger-Ratgeber ist nicht nur toll geschrieben, sondern randvoll mit ganz praktischen Tipps. Dabei geht es von der Auswahl der richtigen Kleidung über die Erklärung verschiedener Partyreihen bis hin zur detaillierten Beschreibung der ersten Schritte und was bei Swinger-Abenden passieren kann (und was auch nicht).

Erotische Abenteuer als innerer Wachstumsprozess

Besonders gut hat mir an dem Buch gefallen, dass Lotta Frei gerade Frauen an die Hand nimmt. Sie adressiert ihre Befürchtungen und Unsicherheiten und entkräftet sie ganz schnell durch geschilderte persönliche Erfahrungen. Denn die ewige Angst von Frauen, nicht schön genug, nicht jung genug, nicht dünn genug usw. zu sein, ist gerade im Swinger-Club fehl am Platz. Beim Swingen kann sich jede Frau schnell als Königin fühlen. Denn die Geschmäcker der Männer sind vielfältiger als wir Frauen oft denken. Auch darüber schreibt die Autorin in ihrem Ratgeber ausführlich.

Lotta Frei beschreibt in der „Swinger-Bibel“ auch ihren eigenen Weg in die Szene. Swingen ist viel mehr, als einfach nur durch die Gegend vögeln. Für sie war und ist es ein innerer Wachstumsprozess zu einer facettenreicheren Erotik und erfüllteren Beziehungen. Dabei hat sie auch andere Swinger zu ihren Erfahrungen befragt.

Die „Swinger-Bibel“ liefert somit einen authentischen und differenzierten Blick hinter die Kulissen einer Welt, die meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit läuft und von vielen Vorurteilen geprägt ist. Gerade Frauen, die über einen Club-Besuch nachdenken, lege ich den Ratgeber besonders an Herz. Swingen kann wirklich neue Welten eröffnen und nicht nur in Sachen Erotik Frauen ungeheuer befreien. Lotta Frei schreibt sehr ehrlich auch über ihren eigenen Weg, der sicher exemplarisch für viele andere Frauen steht.

Zu kaufen gibt es die Swinger-Bibel bei Amazon.

Ein Interview mit der Autorin folgt in Kürze.

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