Der große Sex-Toy-Test: Das Partner-Spielzeug WeVibe

Es ist noch gar nicht so lange her, da versteckte man Sex-Toys heimlich in der hintersten Ecke des Schlafzimmerschrankes. Heute tauschen sich Frauen so offen beim Café Latte über erotische Spielzeuge aus wie Männer über die Fußball-Ergebnisse. Sex-Toys sind ein boomendes Business mit einem großen Versprechen: die Lust in deutschen Schlafzimmern anzukurbeln. Auch wenn ich eher eine Freundin von ehrlicher Handarbeit jeglicher Art im Bett bin, war ich jedoch neugierig genug, einige der gerade heiß gehandelten Gadgets selbst zu testen.

Innerhalb der Sex-Spielzeuge liegen besonders Pärchen-Toys hoch im Kurs. Als letzter heißer Scheiß in diesem Segment gilt WeVibe. In einer neuen Version lässt sich das Pärchenspielzeug auch per App fernsteuen, was ich und mein Kerl aber für ziemlich überflüssig halten. Das Toy hat zwei Enden, eine schmalere, die die Frau einführen kann und angeblich den G-Punkt stimuliert und das dickere Ende, das auf der Klitoris aufliegen soll.

Paar-Toy

Wir sind guter Dinge, als wir den WeVibe von der Ladestation nehmen. Nachdem mein Freund das Toy mit Gleitgel eingeschmiert hat, glitscht es ihm aus der Hand. Wir hören das Objekt der Begierde brummen, irgendwo hinter dem Kleiderständer bei den Winter-Boots. Tapfer kriecht er dem Brummen hinterher, während ich mich über das Bild vor mir köstlich amüsiere. Schließlich erwischt mein Kerl das Gerät, reinigt es, schmiert es erneut ein.

Zweiter Versuch. Ich führe es ein und bin wenig beeindruckt. Von meinem G-Punkt ist das Toy so weit entfernt wie ich vom Strand auf Sylt. Auch das dickere Ende liegt anatomisch gesehen nur in relativer Nähe der Klit. Ich schiebe das lila Ding in und auf mir hin und her, in der Hoffnung auf eine sexy Reaktion. Währenddessen ist mein Freund damit beschäftigt, die Programme auszutesten, bis ich ihm die Fernbedienung aus der Hand nehme. Ich drücke das breitere Ende auf meine Klitoris und entscheide mich für die stärkste Vibration, die WeVibe hergibt. Und hey, was soll ich sagen. Langsam komme ich in Stimmung. Allerdings muss ich bei jeder Bewegung aufpassen, dass mir das kleine Brummmonster nicht entwischt und das breitere Ende immer händisch auf der entscheidenden Stelle halten. Letztlich muss ich also ziemlich ruhig auf dem Rücken liegen und der Mann um mich herumturnen, damit ich mit ihm auch noch spielen kann.

Technik, die nur bedingt begeistert

Als ich so richtig auf Touren kommen, angelt sich mein Lover wieder die Fernbedienung und stellt den Rhythmus um. Ich bin frustriert, denn die neuen Vibrationsintervalle bringen mir nicht viel. Wir tippen beide wild auf der Fernbedienung herum, um das Programm wiederzufinden, das ich gut fand. Nach gefühlter Ewigkeit sind wir endlich wieder im Erfolgsrhythmus. Ahhh. Dann kommt der alles entscheidende Moment für ihn. Doch als er seinen Schwanz einführen will, flutscht der WeVibe erstmal wieder aus mir heraus. Wildes Herumtasten im Bett. Gott sei Dank verlieren wir unseren Humor nicht und lachen uns scheckig.

Nächster Versuch: Ich lasse das Toy wieder in mich eintauchen. Mein Partner muss sich schon verdammt viel Mühe mit dem Einführen geben. Der WeVibe braucht dann doch ganz schön viel „Platz“. Mal abgesehen davon fand ich den Druck durch das Toy plus Geschlecht meines Freundes nicht wirklich heiß. Und ich habe das Gefühl, meinen Mann nicht richtig zu spüren. Und dabei geht es ja am Ende darum, den Partner zu spüren. Außerdem verstellt sich durch den Druck meines Freundes doch wieder der Rhythmus. Was für ihn übrigens optimal ist, denn er kommt binnen Sekunden, was ich irgendwie frustrierend finde. Als er keuchend neben mir ins Kissen fällt, drücke ich das breitere Ende wieder stärker auf meine Klit, suche mit der Fernbedienung wieder nach meiner favorisierten Vibration und drifte schließlich auch ins Nirwana.

Unser Fazit: Für das Vorspiel ganz nett. Sein bestes Stück kann man etwa mit WeVibe im sanften Vibrationsmodus massieren. Zur Klit-Stimulation ist es super geeignet, allerdings nur, wenn man händisch den Druck verstärkt. Vom bloßen Auflegen passiert nicht genug. Die G-Punkt-Massage funktioniert nicht wirklich, wie ich auch von anderen Frauen gehört habe.

Würden wir es regelmäßig einsetzen? Eher nicht. Man ist zu viel mit Technik beschäftigt und dafür ist WeVibe einfach nicht gut genug auf dem Punkt. Sex ohne dieses Toy ist einfach viel geiler.

 

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