Das Glück liegt zwischen unseren Beinen: Warum Masturbation gut für dich ist

Neulich fragte ich bei einem reinen Frauenabend mal in die Runde, wer es sich eigentlich selber und wie oft macht. Ein großes Schweigen senkte sich über den schön gedeckten Tisch. Eine Freundin verschluckte sich gar am Wein. Hm, komisch. Während wir sonst in epischer Breite alles diskutieren, was Männer und Sex angeht, herrscht beim Thema Selbstbefriedigung eine seltsame Verschämtheit. Und das im Jahr 2018. Deshalb kommt hier mein persönlicher Appell an die Frauenwelt: Legt mal wieder Hand an.

40 Prozent der jungen Frauen masturbieren nicht

Laut einer Studie der Universität Bonn ist Masturbation auf dem Vormarsch. Und zwar bei beiden Geschlechtern. 90% aller Männer und 86% Prozent aller Frauen tun es. Angeblich egal in welcher Altersgruppe sie sind, ob gebunden oder Single. Eine andere Studie hingegen spricht davon, dass 40% der jungen Frauen noch nie masturbiert haben. Ehrlich gesagt, misstraue ich Statistiken immer ein Stück, gerade wenn es um Sex geht. Selbst bei anonymen Umfragen tendieren Menschen dazu, so zu antworten wie es aus ihrer Sicht die Gesellschaft von ihnen erwartet. Und bei Frauen heißt das, sie antworten unter Umständen konservativer, weil sie glauben, das werde von ihnen erwartet. Oder aber sie geben an, oft selbst Hand anzulegen, weil wir ja vermeintlich alle so locker in Sachen Erotik sind. Und da wäre es ja merkwürdig, keine Freundin der Masturbation zu sein. Wenn ich mich aber so in meinem eigenen Umfeld umhöre, ist Selbstbefriedigung scheinbar noch immer das letzte große Tabu. Wie es also genau um die Selbstbefriedigung bei Frauen steht, wird man von daher nie ganz rausbekommen.

 Selbstbefriedigung ist eine Form von Selbstliebe

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen das Dr. Sommer-Team der Teeniegazette BRAVO Mädchen versichern musste, dass sie keine stärkeren Blutungen oder Ausfluss von Selbstbefriedigung bekommen. Dafür haftet der Eigenbefriedigung nach meinen Beobachtungen gerade bei Frauen in der Lebensmitte heute ein anderer Makel an. Sie gilt vielen als unakzeptabler Ersatz. Quasi als Eingeständnis für ein nicht so tolles Sexleben in einer Partnerschaft. Was in der heutigen Zeit, in denen Frauenzeitungen voll mit Stories sind, wie man angeblich lebensverändernden Sex durch die eine oder andere Technik haben kann, nicht sein darf. Masturbation wird als Konkurrenz zur Erotik mit dem Partner erlebt und daher negiert. Bei vielen Single-Frauen hingegen wirkt Masturbation wie eine permanente Erinnerung an das Leben ohne Partner, den man sich so sehr wünscht.

Natürlich habe ich völliges Verständnis für den Wunsch nach einem Partner. Aber Masturbation nur den Stellenwert einer Ersatzhandlung zu geben, wenn gerade kein Lover oder Partner vorhanden ist, ist ein Riesenfehler. Selbstbefriedigung hat nämlich ganz viel mit Selbstliebe zu tun. Sich anzunehmen, selbst dafür zu sorgen, dass es mir als Frau gut geht, besonders in sexueller Hinsicht. Unabhängig von einer Partnerschaft. Es geht also auch deswegen nie um entweder oder. Masturbation kann ein ganz natürlicher Teil im Leben einer Frau sein. Auch in deinem. Ohne schlechtes Gewissen und ohne sich minderwertig zu fühlen.

Dafür sprechen verdammt viele Gründe: Man weiß nämlich längst, dass Selbstbefriedigung einfach gut ist. Für die Gesundheit zum Beispiel. Bestimmt hast du auch schon festgestellt, wie gut du durch Selbstbefriedigung Stress abbauen und die Glückshormonausschüttung ankurbeln kannst. Sex mit dir selbst, kann Alltagsretter sein. Auch weil es so schön unkompliziert ist und man auf keinen Partner Rücksicht nehmen muss, sondern nach der eigenen Lust und Laune der Lust frönen kann. Selbstbefriedigung erlaubt es uns, uns weiterhin als sexuelle Wesen wahrzunehmen, auch wenn mal Flaute im Bett ist, gerade kein Liebhaber zur Stelle ist oder man einfach mal eine Zeitlang für sich sein möchte.

Mal abgesehen davon: Mit regelmäßiger Selbstbefriedigung bleibt alles im Unterleib schön durchblutet und juicy. Nicht ganz unwichtig, um etwa nach einer längeren Lover-Pause wieder unkompliziert Sex zu haben. Hinzu kommt, dass die Libido durch Eigensex angeregt wird. Je mehr Sex du hast – und ja dazu zählt auch, es sich selbst zu machen – desto mehr Bock wirst du ganz generell auf Erotik haben. Auch das Kopfkino wird durch mehr Sex angeregt. Und das Kommen ist für Frauen bei der Selbstbefriedigung meist viel einfacher als mit dem Partner.

Wem das noch nicht genug 1a-Gründe sind, dem lege ich das Buch von Gianna Bacio „Hand drauf“ ans Herz. Ein wundervoller Inspirationsratgeber zu diesem Thema. Mehr zum Buch und zur Autorin im nächsten Blog-Beitrag.

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