Die Swinger-Bibel: das Einmaleins für eine befreite Erotik

Wer noch keine Erfahrung mit der Swinger-Szene hat, lässt sich schnell von Klischées leiten. Also, weiße Unterripphemden, Badelatschen, eher olle, nicht so heiße Leute mit einfachem sozialen Hintergrund. Denn das ist das Bild, das jahrelang von TV-Sendern und auch vielen Medien suggeriert wurde. Dabei hat sich die Swinger-Szene längst gewandelt. Wer sich mal in einschlägigen Clubs wie dem KitKat, dem Insomnia, dem Catonium oder Schloss  Milkersdorf getummelt hat, wird schnell feststellen: Man trifft alle Bevölkerungsschichten und alle Altersgruppen. Ergo spannende und attraktive Leute, die eben ihr Erotikleben auf besondere Art pimpen wollen. Ja, Swingen ist eine eigene Lebenswelt, aber lässiger und substantieller als viele Menschen denken, die noch keine Berührung mit der Szene hatten.

Swinging aus Frauensicht

Als Autorin von Erotikbüchern, die teils auch in Swinger-Clubs spielen, werde ich vor allem von Frauen immer wieder gefragt, wie das denn dort so abläuft, was als Frau auf sie zukommen würde und wo man hingehen könnte. Generell gibt es eine große Neugierde unter Frauen. Die Scheu basiert eher darauf, dass es wenig Infos aus erster (Frauen-)Hand gibt. Ich kann aus Erfahrung und von Recherchen berichten und viel von ihren Ängsten (etwa auch vor „Entdeckung“) entkräften. Ich wünschte aber, ich hätte vor Jahren, als ich die ersten Schritte in diese Szene gemacht habe, so einen tollen Führer wie „Die Swinger-Bibel“ der Erotik-Bloggerin Lotta Frei zur Hand gehabt. Darin beschreibt sie nämlich aus Frauensicht das Einmaleins des Swingings. Lotta nutzt ein Pseudonym, aber sie versteckt sich inhaltlich nicht dahinter. Im Gegenteil. Die Bloggerin entwickelt sich gerade zu einer spannenden Stimme, was Swingen und das Praktizieren von offenen Beziehungen angeht. Ein Blick auf ihren Blog lohnt sich also.

Ihr Swinger-Ratgeber ist nicht nur toll geschrieben, sondern randvoll mit ganz praktischen Tipps. Dabei geht es von der Auswahl der richtigen Kleidung über die Erklärung verschiedener Partyreihen bis hin zur detaillierten Beschreibung der ersten Schritte und was bei Swinger-Abenden passieren kann (und was auch nicht).

Erotische Abenteuer als innerer Wachstumsprozess

Besonders gut hat mir an dem Buch gefallen, dass Lotta Frei gerade Frauen an die Hand nimmt. Sie adressiert ihre Befürchtungen und Unsicherheiten und entkräftet sie ganz schnell durch geschilderte persönliche Erfahrungen. Denn die ewige Angst von Frauen, nicht schön genug, nicht jung genug, nicht dünn genug usw. zu sein, ist gerade im Swinger-Club fehl am Platz. Beim Swingen kann sich jede Frau schnell als Königin fühlen. Denn die Geschmäcker der Männer sind vielfältiger als wir Frauen oft denken. Auch darüber schreibt die Autorin in ihrem Ratgeber ausführlich.

Lotta Frei beschreibt in der „Swinger-Bibel“ auch ihren eigenen Weg in die Szene. Swingen ist viel mehr, als einfach nur durch die Gegend vögeln. Für sie war und ist es ein innerer Wachstumsprozess zu einer facettenreicheren Erotik und erfüllteren Beziehungen. Dabei hat sie auch andere Swinger zu ihren Erfahrungen befragt.

Die „Swinger-Bibel“ liefert somit einen authentischen und differenzierten Blick hinter die Kulissen einer Welt, die meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit läuft und von vielen Vorurteilen geprägt ist. Gerade Frauen, die über einen Club-Besuch nachdenken, lege ich den Ratgeber besonders an Herz. Swingen kann wirklich neue Welten eröffnen und nicht nur in Sachen Erotik Frauen ungeheuer befreien. Lotta Frei schreibt sehr ehrlich auch über ihren eigenen Weg, der sicher exemplarisch für viele andere Frauen steht.

Zu kaufen gibt es die Swinger-Bibel bei Amazon.

Ein Interview mit der Autorin folgt in Kürze.

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