Rubbel die Katz‘: Ein Plädoyer für analogen Sex

Mein Instagram Account wird geflutet von Blogs, die über Sextoys schreiben. Jeden Tag könnte ich den nächsten heißen Scheiß auf diesem Gebiet ausprobieren. Über 40% der deutschen Frauen nutzen Sextoys. Ohne Brummen scheint in deutschen Betten nichts mehr zu laufen. Immer raffiniertere Technik soll uns noch mehr Lustgefühle und bessere Orgasmen bescheren. Aber ist das wirklich so?

Eine Bekannte erzählte mir neulich, ihr Freund habe ihre Kiste mit Toys in hohem Bogen aus dem Fenster geschmissen, nachdem sie sich nicht entscheiden konnte, welches an dem Abend beim Liebesspiel zum Einsatz kommen sollte. Ich konnte ihn irgendwie verstehen. Wenn er Mann nur noch eine Statistenrolle neben Patchy Paul & Co bekommt, wird es kritisch. Auch Masturbation unterliegt heute den vielen technischen Errungenschaften. Gegen die ich absolut nichts habe. Aber je mehr Technik im Bett zum Einsatz kommt, desto mehr entfremden wir uns von einem natürlichen – technikfreien – Umgang mit unserem Körper. Deshalb plädiere ich dafür, sich mal wieder ganz dem analogen Vergnügen hinzugeben.

Sich wirklich berühren, geht nur ganz ohne Technik

Frag Dich mal selbst: Wann hast Du Dich, Deine Vulva, Deine Klit, Deine Schamlippen das letzte Mal wirklich berührt und erforscht? Ohne einen Dildo, Vibrator oder Womanizer in der Hand zu haben. In Zeiten, in denen ich oft Toys benutzte, merkte ich, wie ich den Kontakt zu meinem Körper verlor und er sich mir totz der raffiniertesten Schwingungen öfter verweigerte. Ich verbannte daraufhin für einige Wochen jedes Spielzeug aus meinem Schlafzimmer und kehrte zur guten alten Fingerübung zurück. Finger auf Haut, Finger an Perle, Finger an der nassen Spalte. Ich hatte vergessen, wie geil sich das anfühlt. Um wie viel sensitiver meine Finger mit meiner Lust spielen konnten als jedes noch so hoch gerüstete Toy. Ich fand den Weg zurück zu meiner natürlich Lust und Körperlichkeit.

Heute setze ich ab und zu ein Toy ein, aber weiß Gott nicht immer. Das Spiel mit den eigenen Händen, Haut an Haut zu spüren, kickt mich einfach mehr als ständig die Hand an einem Gerät zu haben. Und so ist das auch beim Spiel mit dem Partner.

Echt retro, aber stark: der Lustfinger

Neulich fiel mir beim Ausräumen meiner Sextoy-Kiste ein Spielzeug in die Hand, das simpel und bestechend funktioniert: der gute alte Lustfinger. Dabei handelt es sich um eine dünne mit Noppen versehene Haube, die man auf Zeige- oder Mittelfinger setzt, um sich zu stimulieren. Entweder abwechseln zum puren Fingerspiel oder zur Steigerung. Den Druck variiert man, man kann den Lustfinger auch einschmieren, um ihn geschmeidiger zu machen. So oder so spürt man noch die verschiedenen Körperstellen durch das Silikonmaterial. Der Lustfinger ist auch ein prima Reisebegleiter, brummt nicht, braucht keinen Strom, ist leicht. Und kann am Partner auch prima eingesetzt werden.

Dieser kleine Oldschool-Friend jedenfalls überlebte das Ausmisten der Sextoy-Sammlung neben dem Eroscillator, dem Womanizer, dem Lusttropfen (für ihn) einigen Plugs und Liebes-Kugeln.

Aber wie gesagt. Am liebsten bin ich im Bett inzwischen wieder ganz analog unterwegs. Es geht einfach nichts über den echten Touch von Händen, Fingern und Zunge.

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